4. IDM-Lauf 2011 – Sachsenring

4. IDM-Lauf 2011 – Sachsenring (17. – 19. Juni 2011): Grand Prix-Pilot Sandro Cortese gewinnt überlegen sein Gastrennen in der IDM 125 – Volle Meisterschaftspunkte für Luca Amato aus Bergisch Gladbach
Hohenstein-Ernstthal (ots) – Grand Prix-Pilot Sandro Cortese vom IntAct Racing Team Germany holte sich am Sonntag (19. Juni 2011) einen Start-Ziel-Sieg im Rennen der IDM 125 auf dem Sachsenring. Vor 25.000 Zuschauern verwies er seine Aprilia-Markenkollegen Luca Amato (Bergisch Gladbach) und Jack Miller (Australien) auf die Plätze. Da Cortese als Gaststarter keine IDM-Punkte bekommt, kassierte Luca Amato die 25 Zähler für den Sieger und verkürzte seinen Rückstand auf den Meisterschaftsführenden Jack Miller auf nur noch sechs Punkte.

Für den 21-jährigen Berkheimer Sandro Cortese stand bei seinem Gastspiel in der IDM eine ausgiebige Testarbeit für den Grand Prix von Deutschland im Juli an gleicher Stelle im Vordergrund. Entsprechend konzentriert ging das gesamte Team bereits an den beiden Trainingstagen an die Aufgabe. Sandro zeigte sich nach dem Rennwochenende sehr zufrieden: „Wir haben hier für das ganze Team extrem wichtige Daten gesammelt, viel am Motor gearbeitet. Es waren auch extra zwei Leute von Öhlins da. Es war wirklich ein sehr guter Test. Wir sind für den Heim-Grand Prix gerüstet.“

Beim Zeittraining am Samstag wurde es kurz vor Ende noch einmal spannend, da Luca Amato plötzlich die schnellste Rundenzeit fuhr. Doch Sandro Cortese konterte umgehend und holte sich seine insgesamt sechste IDM-Pole Position. Er teilte sich die erste Startreihe mit Amato, Miller und dem Titelverteidiger Luca Grünwald aus Waldkraiburg.

Beim Start des Rennens hatte Sandro Cortese die Nase vorn. Doch die ersten Runden waren für ihn problematisch. Mit den neuen Reifen, die er im Rennen ausprobieren wollte, musste er sich erst anfreunden. „In den ersten beiden Runden habe ich um das pure Überleben gekämpft, dass ich nicht stürze.“, so der aktuelle WM-Vierte. „Es war schwierig, heute schnell zu fahren, extremer Wind – keine guten Bedingungen, schon gar nicht, um tiefe 28-er oder gar 27-er Zeiten zu schaffen.“ Doch bald hatte Cortese einen guten Rhythmus gefunden und setzte sich Runde um Runde von seinem Verfolger ab.

Luca Amato kam zwar ordentlich vom Start weg, hatte aber anfangs Schwierigkeiten mit einem neuen Fahrwerk. „Ich habe schnell gesehen, dass ich mit dem Sandro nicht mithalten kann. So habe ich mich heute auf den Abstand nach hinten konzentriert und versucht den zu halten.“, schätzte der 14-Jährige seine Chancen realistisch ein. Das gelang dem Bergisch Gladbacher, der damit nicht nur die 25 Punkte für den besten IDM-Fahrer einkassierte, sondern auch seine Aussichten in der Meisterschaft verbesserte.

Amatos Teamkollege Jack Miller verbaute sich ein besseres Resultat bereits beim Start. Er kam nicht gut weg und hing prompt hinter einigen langsameren Piloten fest. Da waren bei dem stürmischen Wind die Messen gesungen. „Luca und Sandro waren schon weg. Ich habe dann jede Runde Luca vor mir gesehen, aber der Abstand blieb in etwa immer gleich.“, so der Australier nach dem Rennen. Anfangs hatte Miller mit dem Schweden Alexander Kristiansson noch einen Weggefährten, doch der legte seine KTM in Runde 10 in den Kies. So fuhr Jack Miller seinen dritten Platz allein ins Ziel.

Ganz anders als bei den einsamen Fahrten der ersten Drei gab es im Kampf um Rang vier richtig Zunder. Titelverteidiger Luca Grünwald, Vizemeister Toni Finsterbusch und IDM-Neuling Maximilian Eckner balgten sich dort und wechselten Runde um Runde die Positionen. Am Ende konnte der Rookie Max Eckner in seinem vierten IDM-Rennen die beiden erfahrenen KTM-Piloten schlagen und machte sich selbst mit dem vierten Rang vor Grünwald und Finsterbusch nachträglich ein Geschenk zu seinem 15. Geburtstag. Später gab es noch eins – ausgelöst durch eine feine Geste von Sandro Cortese. Der Rennsieger übergab seinen Pokal bei der Pressekonferenz an Amato. Die Trophäe für den zweiten Platz ging darauf hin von Amato an Miller. Und Jack Miller lieferte seinen Pokal für Rang drei brav bei Eckner ab. Denn der fuhr ja in der IDM-Wertung seinen ersten Podestplatz ein.

Beim Kampf um Rang 7 aus einer siebenköpfigen Gruppe setzte sich der Niederländer Bryan Schouten gegen Marvin Fritz (Neckarzimmern), Florian Alt (Nümbrecht) und Philipp Öttl (Ainring) durch.

Am Ende der Pressekonferenz gab es dann von Sandro Cortese noch mal Freude pur: „Es ist ein tolles Gefühl oben zu stehen. Ich denke, ich habe den Fluch IDM hinter mir gelassen. Die zwei Jahre in denen ich IDM gefahren bin (Anmerkung: 2003 und 2004), habe ich ja leider nie ein Rennen gewonnen … mehr im Kies gelegen, als auf der Strecke … Natürlich freut es mich, da mal ganz oben zu stehen.“

In der Gesamtwertung konnte Luca Amato (79 Punkte) Boden auf den Führenden Jack Miller (85) gut machen. Der Schwede Kristiansson (52) ist trotz Sturz noch Dritter, Youngster Maximilian Eckner ist ihm aber bis auf 8 Punkte auf die Pelle gerückt. Dahinter geht es eng zu: Finsterbusch (36), Grünwald (35), Schouten (34) und Ecklmaier (32) folgen dichtauf.

Ergebnisse IDM 125:

4. Lauf: 1. Sandro Cortese (Berkheim) 31:30,006 Min., 2. Luca Amato (Bergisch-Gladbach) 7,889 Sek. zur., 3. Jack Miller (AUS) 14,060 Sek. zur., 4. Maximilian Eckner (Dresden/alle Aprilia) 16,492 Sek. zur., 5. Luca Grünwald (Waldkraiburg) 16,977 Sek. zur., 6. Toni Finsterbusch (Krostitz/beide KTM) 17,073 Sek. zur.

IDM-Punktestand nach (4 von 8 Rennen):

1. Miller 85, 2. Amato 79, 3. Alexander Kristiansson (SWE/KTM) 52, 4. Eckner 44, 5. Finsterbusch 36, 6. Grünwald 35

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