Die ausschließlich als Dreitürer angebotene coupéhafte Kompaktlimousine soll vor allem zwei Zielgruppen ansprechen: Jüngere, beruflich stark engagierte Menschen mit urbanem Lebensstil ohne Kinder und Junggebliebene, bei denen die Kinder bereits außer Haus sind. Eine vernünftige Analyse der Volvo-Marketing-Experten. Denn der 4,25 Meter lange C30 mit seinem Volvotypischen Grill und den typischen Schultern sowie stylistischen Anleihen aus der Vergangenheit bei der Heckgestaltung, die an den im Volksmund "Schneewittchensarg" titulierten P 1800 erinnert, ist mehr ein 2+2- denn ein Viersitzer.
Fahrer und Beifahrer stehen zwar großzügige Platzverhältnisse auf bequemen, guten Seitenhalt gebenden Sitzen zur Verfügung. Die beiden ausgeformten Sitzplätze im Fond, die etwas in die Mitte versetzt sind, um so mehr Raumgefühl und einen besseren Blick nach vorne zu ermöglichen, sind dagegen nur für kleingewachsene Mitfahrer eine Alternative. Und selbst die müssen beim Ein- und Ausstieg eine gewisse Gelenkigkeit aufweisen.
Ansonsten herrscht im Innenraum Wohlfühl-Atmosphäre. Wertige, gut verarbeitete Materialien, ein schnörkellos designtes Armaturenbrett, in dem die Instrumente übersichtlich angeordnet sind sowie eine weitestgehend selbsterklärende Bedienung erfüllen den Premium-Anspruch und auch das Ladeabteil ist komfortabel ausgestattet. Dessen Nachteil liegt im Volumen - 251 Liter - was selbst in dieser Klasse sehr wenig ist. Allerdings können die Lehnen der beiden Rücksitze mit einem Handgriff nach vorne gelegt werden, so dass sich der Stauraum auf bis zu 894 Liter erhöht und darüber hinaus eine fast zwei Meter lange, ebene Ladefläche entsteht.
Für den Vortrieb stehen acht Triebwerke zwischen 1,6 und 2,4 Liter einschließlich zwei Turbo-Versionen zur Verfügung: Fünf Benziner zwischen 100 PS / 74 kW und 220 PS / 162 kW sowie drei Selbstzünder zwischen 109 PS / 80 kW und 180 PS / 132, wobei alle Motoren entweder mit vier oder fünf Zylindern arbeiten. Bei ersten Testfahrten konnte vor allem der Fünf-Zylinder-Turbodiesel mit 180 PS überzeugen, der nur in Verbindung mit einer neuen Fünfgang-Automatik angeboten wird.
Mit einem Drehmoment von 350 Newtonmeter erwies sich der C30 als angenehm durchzugsstark. In Verbindung mit der gut abgestuften Automatik, einer direkten, guten Straßenkontakt vermittelnden Lenkung und einem straffen, aber nicht zu harten Fahrwerk zeigte sich der Wagen äußerst agil. Zügig durchfahrene Kurvenstrecken lassen Fahrfreude aufkommen, da der Fronttriebler sehr richtungsstabil ist und die meisten Straßen-Unebenheiten nicht zu den Insassen vordringen lässt. Freude herrscht allerdings auch bei jedem Tankstellenbesitzer, denn der Verbrauch von rund zehn Litern liegt weit über dem offiziellen Wert von 6,9 Litern.
Wer sich für diese Top-Variante entscheidet und ohne Extras 32 800 Euro auf den Tisch des Händlers blättert, wird aber auch dies verschmerzen. Ansonsten war Volvo trotz kompletter serienmäßiger Sicherheitsausstattung und umfangreichen Komfort-Features bei der Preisgestaltung recht vorsichtig. Die Basis-Versionen beginnen ab 18 600 (1,6-Liter-Benziner) beziehungsweise 20 950 Euro (1,6-Liter-Diesel) und liegen damit rund fünf Prozent unter den Eintrittspreisen der auserkorenen Wettbewerber. Nicht nur deshalb sollte das Verkaufsziel von 7500 Einheiten in Deutschland leicht erreichbar sein.
(ddp)