Ausfall: Sepp Wiegand muss bei der Rallye Deutschland 2012 aufgeben

Fast in den Top Ten, dann Ausfall: Sepp Wiegand muss bei der Rallye Deutschland mit Aufhängungsschaden aufgeben.

27.8.2012 Weiterstadt/Trier – „In einem langsamen Rechtsabzweig gab es plötzlich einen lauten Knall, dann ließ sich das Auto nicht mehr richtig lenken“, berichtet ein schwer enttäuschter Sepp Wiegand. Der ŠKODA Pilot muss wegen einer gebrochenen Radaufhängung am gestrigen Morgen des Finaltages bei der ADAC Rallye Deutschland aufgeben. Bis dahin lag er bereits auf einem hervorragenden elften Gesamtrang.

Gleich bei ihrem ersten WM-Heimspiel in einem S2000 kratzen Sepp Wiegand/Timo Gottschalk gegen starke Konkurrenz – unter anderem fünfzehn WRC-Boliden – an den Top-Ten. Auch wenn sie nach dem Ausfall zwei Prüfungen vor Schluss mit leeren Händen dastehen: Der 21-jährige Nachwuchs-Pilot hat auf den anspruchsvollen Pisten durch die Weinberge entlang der Mosel genau wie auf der legendären „Panzerplatte“ Baumholder erneut gezeigt, dass er zu Deutschlands Toptalenten im Rallyesport zählt.

Dabei fing die Rallye schwierig an: Wegen des Unfalls eines anderen Teams muss der Shakedown am Donnerstag vorzeitig abgebrochen werden. Die Folge: Sepp Wiegand hat keine Möglichkeit, seinen Fabia auf die konkreten Streckenbedingungen abzustimmen und zu testen. Trotzdem findet er schnell einen guten Rhythmus, lässt im ersten Service das Fahrwerk etwas weicher einstellen und fährt anspruchsvolle Zeiten. Und das auch trotz ständig wechselnder Witterungsbedingungen: Zum Teil heftige Regenschauer machen die schmalen Wirtschaftswege durch die Weinberge aber auch die von Hinkelsteinen gesäumten Betonpisten auf Baumholder zu einer echten Rutschpartie. Konzentriert und nicht zu aggressiv zu Werke gehend, kann Sepp zeitraubende Fehler vermeiden und fährt sich am Samstagabend bis auf Gesamtrang elf vor. Damit ist er zu diesem Zeitpunkt klar bester Deutscher im WM-Starterfeld. Für zusätzliche Motivation sorgen die rund 200.000 Besucher: „Toll, wie uns die deutschen Fans hier anfeuern“, schwärmt Wiegand insbesondere von der Stimmung auf der legendären „Panzerplatte“ Baumholder.

Am Schlusstag erwischt es dann jedoch auch Sepp Wiegand und Timo Gottschalk. In einem engen Rechtsabzweig überfahren sie einen während des Aufschrieb-Trainings noch von Gras überwucherten Betoneinlass und beschädigen sich dabei vorn rechts Rad und Radaufhängung. Mit neuem Rad und per Spanngurt fixierter Aufhängung können sie die Prüfung mit großem Zeitverlust zwar noch zu Ende fahren, müssen wegen des Serviceverbots anschließend aber aufgeben. Damit reihen sie sich ein in die Liste der 32 von 71 ausgefallenen Starter – darunter so prominente Opfer wie die WRC-Piloten Martin Prokop, Ott Tänak oder Ewgeni Novikov.

Schade, aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken: Schon am kommenden Wochenende sitzen beide bei der IRC Rallye Barum in Tschechien erneut im Fabia S2000. Das Lenkrad stammt dann übrigens aus dem von Volkswagen Motorsport für Wiegand/Gottschalk bei der Rallye Deutschland eingesetzten ŠKODA. Das in Hannover ansässige Werksteam hat es Sepp überlassen – eine nette Geste.

Gesamtergebnis der ADAC Rallye Deutschland

1. Loeb/Elena Citroën DS3 WRC 3:41:52,0 h

2. Latvala/Anttila Ford Fiesta RS WRC + 02:00,0 min

3. Hirvonen/Lehtinen Citroën DS3 WRC + 02:31,3 min

4. Östberg/Andersson Ford Fiesta RS WRC + 03:24,3 min

5. Atkinson/Prevot Mini John Cooper Works WRC + 09:10,4 min

6. Ogier/Ingrassia ŠKODA Fabia S2000 + 09:50,5 min

7. Mikkelsen/ Fløene ŠKODA Fabia S2000 +12:22,5 min

WERBUNG: