Beginn der Tarifrunde 2012 bei Volkswagen

  • Verhandlungsführer Rosik: Wir müssen schwierigen europäischen Markt und die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen berücksichtigen

8.5.2012 Wolfsburg/Salzgitter – Zum Auftakt der Tarifrunde der Volkswagen Aktiengesellschaft sind heute in Salzgitter die Verhandlungskommissionen von Unternehmen und IG Metall zusammengekommen. Der Verhandlungsführer von Volkswagen, Martin Rosik, Leiter Personal der Marke Volkswagen Pkw, sagte: „In den vergangenen Jahren haben beide Seiten beim Thema Grundentgelt Vernunft walten lassen. In diesem Jahr ist ein maßvoller Abschluss mehr denn je erforderlich, denn wir stehen vor einer sehr schwierigen Marktentwicklung speziell in West- und Südeuropa.“

Derzeit sei es zu früh für ein Angebot. „Wir haben heute mit der IG Metall unsere Analyse der Wettbewerbslage durchgesprochen“, sagte Rosik. „Nun geht es darum, zusammen mit der Arbeitnehmerseite eine gemeinsame Sicht zu erarbeiten, wie wir der verschärften Wettbewerbssituation begegnen. Dass sich die Lage dramatisch verschlechtert, ist Tatsache.“

Die Autokonjunktur steht in wichtigen europäischen Ländern unter wachsendem Druck. „Der spanische Automarkt ist in Folge der Schuldenkrise tief eingebrochen, die Nachfrage in Italien und Frankreich geht rapide zurück. Rekord-Arbeitslosigkeit, sinkende Reallöhne und staatliche Sparmaßnahmen drücken die Konsumstimmung in vielen europäischen Ländern und schwächen die Konjunktur“, sagte Rosik. „Ausgerechnet auf unserem Heimatmarkt Europa sind wir deshalb mit dramatischen Nachfrage-Rückgängen konfrontiert.“

Zugleich fertigen immer mehr Autohersteller an Standorten in Mittel- und Osteuropa zu sehr viel niedrigeren Arbeitskosten. „Dadurch können sie ihre Fahrzeuge weitaus günstiger herstellen als wir dies in unseren deutschen Werken können“, hob Rosik hervor. „Das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil für uns und verschärft die Lage zusätzlich.“

Extremer Preisdruck kennzeichnet darüber hinaus die übrigen Märkte. Wettbewerber aus Fernost drängen aggressiv auf die Weltmärkte und profitieren von niedrigen Arbeitskosten. So betragen die Arbeitskosten in der koreanischen Automobilindustrie etwa ein Drittel der Kosten in Deutschland.

„Wir wollen auch künftig in Deutschland Autos bauen“, versicherte Rosik. „Wir müssen uns aber der wachsenden Dramatik bewusst sein und gemeinsam mit der IG Metall die richtigen Antworten finden.“

Der Haustarifvertrag der Volkswagen Aktiengesellschaft gilt für die Werke in Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel. Das Ergebnis der heute begonnenen Tarifrunde wird übertragen auf die Volkswagen Financial Services AG.

Die Tarifrunde wird am 25. Mai 2012 in Hannover fortgesetzt.

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