BMW S 1000 RR: Weltmeistertitel nur knapp verfehlt

Das Team BMW Motorrad France 99 hat beim Saisonfinale Pech und beendet die FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft 2011 auf dem zweiten Gesamtrang

14.11.2011 München/Doha. BMW Motorrad kann die bisher beste Gesamtplatzierung der BMW S 1000 RR in einer Weltmeisterschaft feiern. Das Team BMW Motorrad France 99 beendete seine erste volle Saison in der FIM Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem zweiten Rang der Gesamtwertung. Doch die Freude über diesen Erfolg ist etwas getrübt, da das Team um den Titel gekämpft hatte. Beim Saisonfinale, dem Acht-Stunden-Rennen in Doha (QAT), verhinderte jedoch Pech den ganz großen Triumph. Das Team BMW Motorrad France 99 beendete das Rennen auf Rang zwei. Das reichte nicht, um den Titel zu gewinnen. Denn Rivale SERT kam auf Rang drei ins Ziel und wurde mit einem knappen Vorsprung von nur vier Punkten Weltmeister.

Das Rennwochenende begann für das BMW Team nach Maß. Nachdem sie Training und Qualifikation dominiert hatten, waren die Fahrer Sébastien Gimbert (FRA), Erwan Nigon (FRA) und Damian Cudlin (AUS) zuversichtlich, auf dem „Losail International Circuit“ um den Sieg kämpfen zu können. Doch ihre Hoffnungen fanden nach nur zwölf Runden ein jähes Ende. Ein anderer Pilot stürzte und riss den in Führung liegenden Gimbert mit ins Kiesbett. Das Team verlor durch die Reparatur vier Minuten und nahm das Rennen auf Rang 24 wieder auf.

Die Mannschaft startete eine beeindruckende Aufholjagd, bei der sie sich schnell wieder durch das Feld nach vorn arbeitete. Am Ende kam die RR mit 30 Sekunden Rückstand auf Rennsieger Yamaha auf Platz zwei ins Ziel. Doch diese 30 Sekunden machten den Unterschied aus, denn mit einem Sieg hätte BMW Motorrad France 99 den Titel gewonnen.

„Unser Motorrad hat noch einmal das gesamte Rennwochenende über dominiert. Wir waren immer die Schnellsten und hätten sicher gewonnen. Aber es sollte nicht sein“, sagte Marcel Driessen, Direktor von BMW Motorrad France. „Unsere Piloten haben alles und mehr gegeben und nach dem unverschuldeten Crash eine unglaubliche Aufholjagd gestartet, vom vorletzten auf den zweiten Platz. Am Ende haben und nur 30 Sekunden zum WM-Titel gefehlt. Die ganze Welt hat ein unglaubliches Rennen gesehen und ein Motorrad, das einfach nur perfekt funktionierte. Ein ganz großes Dankeschön geht an alle in unserem doch noch sehr jungen Team. Danke auch an BMW Motorrad München für die tolle Unterstützung und herzlichen Glückwunsch an das SERT-Team.“

„Ich bin natürlich enttäuscht, aber ich bin auch stolz auf das, was wir in diesem Rennen geleistet haben“, erklärte Gimbert. „Ich habe das Rennen komfortabel angeführt, als Katsuyuki Nakasuga zu viel wollte und uns beide zu Boden riss. Es wäre einfach gewesen, aufzugeben, das Bike liegen zu lassen, die Garagentore zu schließen und es bleiben zu lassen. Aber das haben wir nicht getan. Wir haben uns zurückgekämpft und den Weltmeistertitel nur um 30 Sekunden verpasst. Darauf können Erwan, Damian, ich und das gesamte Team stolz sein.“

„Was soll ich sagen? Ich bin enttäuscht, aber so ist das im Rennsport“, ergänzte Nigon. „Manchmal hat man Glück und manchmal Pech, so wie wir in diesem Rennen. Aber wir haben unser Bestes gegeben, weitergekämpft und unseren großen Traum nur minimal verfehlt. Ich möchte mich bei meinen Teamkollegen Sébastien und Damian, bei BMW, Michelin und allen im Team für die Unterstützung bedanken.“

„Nachdem Sébastien in der ersten Rennstunde von Nakasuga gerammt wurde, haben wir uns neu gesammelt, weiter angegriffen und den Weltmeistertitel nur um 30 Sekunden verpasst“, bilanzierte Cudlin. „Nach 72 in dieser Saison absolvierten Rennstunden hat uns am Ende nur eine halbe Minute gefehlt. Wie verrückt ist das? Danke an alle, die diese Saison möglich gemacht haben.“

„Wir haben uns nach dem Unfall zurückgekämpft und waren meistens zwei oder drei Sekunden pro Runde schneller als alle anderen im Feld. Aber es hat nicht ganz gereicht, am Schluss haben uns nur 30 Sekunden gefehlt“, sagte Teamchef Michael Bartholemy. „In unserer ersten vollen Saison in dieser Meisterschaft sind wir Gesamtzweiter geworden. Ich möchte unseren Fahrern gratulieren, die in diesem Jahr einen fantastischen Job gemacht haben. Danke auch an BMW Motorrad und Michelin, dank deren unermüdlicher Unterstützung wir hier in Katar noch die Chance auf den Titel hatten. Ich möchte auch SERT zur Titelverteidigung gratulieren.“

Berthold Hauser, Leiter der Fachstelle „BMW Motorrad HP Race Support“, erklärte: „Was soll man nach so einem Ausgang des Rennens und der Weltmeisterschaft sagen, wenn man einen WM-Titel so knapp verfehlt? Alles hat alles perfekt funktioniert, das Motorrad lief ohne Makel, das Team war in allen Belangen in Bestform, wir haben nicht den geringsten Fehler gemacht. Alle technischen Register waren gezogen, aber gegen eine völlig unnötige und gefährliche Attacke eines übermotivierten Mitbewerbers ist man machtlos. BMW Motorrad und das Team können die Saison erhobenen Hauptes als Gesamtzweiter abschließen. Wir sind nach diesem Verlauf auf alle Fälle für viele die ‚Weltmeister der Racer-Herzen‘. Glückwunsch an SERT zum WM Titel, auf ein Neues in 2012!“

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