Bundesverkehrsministerium plant Änderungen bei der MPU

Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU)
ADAC sieht dringenden Reformbedarf
Bundesverkehrsministerium plant Änderungen

4.9.2012 München (ots) – Fast die Hälfte aller Personen, die sich einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) unterziehen muss, fällt durch. 2011 waren es rund 45 000. Der ADAC sieht zahlreiche Schwächen bei der Durchführung des Tests und hält die Reformpläne des Bundesverkehrsministeriums für dringend notwendig. Seit Jahren fordert der Club folgende Änderungen:
– Betroffene sollten wesentlich früher erfahren, dass sie an der
MPU teilnehmen müssen. Die Benachrichtigung erfolgt derzeit
erst, wenn die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis beantragt wird,
dass heißt drei Monate vor Sperrfristende. Dadurch verlieren die
Probanden wertvolle Zeit für Vorbereitungskurse. Laut ADAC
müssen diese Kurse auf ihre Qualität hin überprüft werden, um
unseriöse Angebote zu vermeiden.
– Das psychologische Gespräch am Ende der MPU sollte mit Tonband-
oder Videoaufnahmen lückenlos aufgezeichnet werden. Bisher wird
das Gespräch nur stichpunktartig dokumentiert und ist somit
schwer nachvollziehbar. Problematisch an der Unterhaltung mit
dem Psychologen ist zudem, dass sie oft zu schematisch und zu
kurz ausfällt, um den Verkehrsteilnehmer angemessen zu
beurteilen.
– Außerdem kritisieren die Juristen des ADAC, dass die Anordnung
zur MPU gerichtlich nicht überprüfbar ist. Lediglich den Entzug
und die Verweigerung der Fahrerlaubnis können Betroffene
anfechten.

Das Bundesverkehrsministerium hat eine Reform der MPU angekündigt und bereits Maßnahmen zur Verbesserung des Tests eingeleitet. Demnach sollen die Inhalte der MPU von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) überarbeitet werden. Zudem soll diese häufiger Gutachten stichprobenartig kontrollieren und ein Kontaktportal einrichten, in dem sich Betroffene online beschweren können.

Die MPU untergliedert sich in drei Teile: in einen medizinischen Check, einen Leistungstest am Computer und in ein psychologisches Gespräch. Die Kosten für die Untersuchung belaufen sich auf bis zu 750 Euro. Häufigster Grund für den Führerscheinentzug und eine anschließende MPU ist mit über 50 Prozent Alkohol am Steuer.

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