Einigung über Restrukturierung des Opel-Werks Bochum

■Werksleitung und Betriebsrat beschließen zusätzliche Anreize für einvernehmliche Austritte
■Stellenabbau findet wie geplant statt, Getriebefertigung wird bis Ende 2013 fortgesetzt
■Schlusspunkt unter das Programm zur Kapazitätsanpassung in den europäischen Werken

1.6.2011 Rüsselsheim/Bochum. Im Bemühen, das Bochumer Opel-Werk effizient und zukunftssicher zu machen, ist ein Durchbruch gelungen. Werksleitung und Betriebsrat einigten sich auf den Abschluss eines Restrukturierungsvertrags, mit dem der notwendige Personalabbau wie geplant zügig und sozialverträglich umgesetzt werden kann.

„Mit dieser Übereinkunft setzt Opel einen Schlusspunkt unter die Restrukturierung des Unternehmens, die Anfang 2010 begonnen wurde und neben erheblichen Produktinvestitionen auch eine Kapazitätsanpassung in den europäischen Werken zum Ziel hatte“, unterstrich Karl-Friedrich Stracke, der Vorstandsvorsitzende der Adam Opel AG. „Mit unseren Fahrzeugen sind wir auf dem richtigen Weg, die konstant steigenden Marktanteile auf nahezu allen wichtigen Märkten Europas stimmen uns zuversichtlich“, so Stracke. „Wir werden jetzt noch intensiver arbeiten, um das Unternehmen und die Marke Opel weiter zu stärken.“

Für Bochum bedeutet die Einigung, dass sich das Werk jetzt ganz auf den Modellanlauf des neuen Zafira konzentrieren kann, der in diesem Jahr auf den Markt kommt. Der flexible siebensitzige Van wird exklusiv in Bochum gebaut, in neue Fertigungsanlagen und Maschinen investiert Opel am Ruhrgebiets-Standort derzeit 175 Millionen Euro.

Werksleitung und Betriebsrat des Bochumer Werks hatten die Hilfe einer Einigungsstelle in Anspruch genommen, wie sie im Betriebsverfassungsgesetz in solchen Fällen vorgesehen ist. Nach mehreren Verhandlungsrunden einigten sich die Parteien.

Insgesamt baut Opel in Bochum wie geplant 1.800 Arbeitsplätze ab. Zu Beginn der Restrukturierung hatte das Werk 4.600 Beschäftigte, von denen 600 bereits im Jahr 2010 freiwillig ausschieden. Im laufenden Jahr baut Opel weitere Arbeitsplätze ab; wobei die Getriebeproduktion mit rund 300 Beschäftigten aufgrund erhöhten Exportbedarfs bis zum Ende 2013 weiterläuft. Ursprünglich hätte die Getriebefertigung zum Jahresende 2011 geschlossen werden sollen.

Weiter stellt das Unternehmen insgesamt für mehr als 300 Bochumer Beschäftigte feste Arbeitsplätze im Werk Rüsselsheim und im Testzentrum Dudenhofen zur Verfügung. Etwa 100 Mitarbeiter haben sich bereits in den letzten Wochen bereit erklärt, dauerhaft in ein anderes Opelwerk zu wechseln. Um den Wechsel ins Rhein-Main-Gebiet finanziell abzu­federn, zahlt Opel eine erhöhte Wechselprämie.

Darüber hinaus bietet Opel Beschäftigten, die sich zum Stichtag 15. Juli 2011 entscheiden, das Werk Bochum auf freiwilliger Basis zu verlassen oder in andere Opel-Standorte zu wechseln, zusätzliche Anreize an. Transfergesellschaften werden eingerichtet, um den Mitarbeitern beim Finden neuer Arbeitsplätze Hilfe zu leisten. Werksdirektor Manfred Gellrich begrüßt die Vereinbarungen: „Wir haben harte Verhandlungsrunden hinter uns und schließen die Restrukturierung des Werks wie geplant ab. Das jetzt erzielte Abkommen ist eine gute Lösung zur langfristigen Sicherung des Standorts Bochum.“

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