Interview: Leonie Hagmeyer-Reyinger über ihre Zeit als Miss Tuning

25.3.2014 Friedrichshafen. Ein Jahr lang stand Leonie Hagmeyer-Reyinger alsMiss Tuning im Rampenlicht. Die blonde Schönheit aus dem oberschwäbischen Wetzisreute bei Ravensburg hat Autogramme gegeben, einen Hochglanz-Kalender produziert, sich mit Fans fotografieren lassen und war viel unterwegs.

Die Messe Friedrichshafen hat sich mit der 22-Jährigen über ihre Erfahrungen unterhalten.

Ihre Zeit als Miss Tuning neigt sich dem Ende zu. Warum haben Sie sich vor einem guten Jahr für den Titel beworben?

„Eine meiner Freundinnen, die jedes Jahr auf der Tuning World arbeitet, hatte mich
auf die Idee gebracht. Sie meinte damals, die Verbindung von Miss-Wahl und Autos
würde zu mir passen. Womit sie Recht hatte. Und dann habe ich mich einfach
beworben. Dass ich tatsächlich zur Miss Tuning gewählt werde, damit habe ich nicht
gerechnet.“

Hatten Sie Erwartungen an den Titel? Und wenn ja, welche?

„Ich hatte keine Erwartungen an diesen Miss-Titel. Ich wusste nur, dass ich viel
erleben werde. Und – was ich hervorheben möchte – die Messe hat mich bei allen
Aktionen unterstützt.“

Was hat Sie in dieser Zeit am meisten beeindruckt?

„Ein Highlight war zweifellos das einwöchige Kalender-Shooting in Budapest. Ich
hatte zwar keine Zeit, mir die Stadt anzuschauen, aber die Locations allein waren
schon besondere, sehenswerte Orte.“

Gab es auch weniger schöne Erlebnisse?

„Hmm, die Medien haben bisweilen Dinge geschrieben, die so nicht stimmen. Aber
im Grunde war mir das schon vorher klar. Deswegen habe ich mich darüber auch
nicht geärgert.“

Sie haben vorhin schon den Fotokalender erwähnt. Macht es Spaß, sich in Dessous vor aufgemotzten Autos zur Schau zu stellen? Wie fühlt man sich dabei?

„Es hat mir Spaß gemacht. Vor allem war der Fotograf klasse. Max Seam ist ein
absoluter Profi und sehr einfühlsam – dadurch habe ich mich auch sicher gefühlt.
Natürlich gab es immer wieder Zaungäste, aber so mancher Termin war schon
morgens um 6 Uhr. Da waren wir dann sowieso fast allein.

Durch ihren Freund Sidney Hoffmann haben Sie 2013 sogar eine Rolle für eine Episode bei den „PS-Profis“ im Fernsehen bekommen. Sie spielen da eine weibliche Aushilfskraft, die nur wenig Ahnung vom Schrauben hat. Haben Sie sich da selbst gespielt? Oder kennen Sie sich beim Tuning aus?

„Im Grunde war ich das selber. Ich bin ja keine Kfz-Meisterin, sondern weiß nur die
eine oder andere Kleinigkeit. Wie auch immer, mir hat der Dreh sehr viel Spaß
gemacht.“

Für die Szene sind Sie und Sidney das Traumpaar schlechthin. Sehen Sie das auch so?

„Ja, auf jeden Fall. Wir passen gut zusammen und kommen als Doppelpack
sympathisch rüber. Zumindest heißt es in der Tuning-Szene so.“

Apropos. Was fasziniert Sie an ‚aufgebrezelten‘ Autos, deren Besitzer mit Eigenschaften wie breiter, tiefer, schneller auf sich aufmerksam machen wollen?

„Extremes Tuning gefällt mir ganz und gar nicht, das finde ich zu auffällig. Ich bin eher
der Typ für edle Details, wie etwa schöne Felgen und eine tiefer gelegte Karosserie.“

Sie sind viel unterwegs gewesen und haben jede Menge erlebt, wohnen aber immer noch in dem kleinen Dorf Wetzisreute, wo es nicht einmal einen Laden gibt. Ist Ihnen das Leben dort inzwischen nicht zu eng geworden?

„Nein, ich fühle mich hier auf dem Land nach wie vor wohl. Außerdem bin ich ja jeden
Tag beim Arbeiten und am Wochenende oft bei meinem Freund in Dortmund.“

Hat sich Ihr Leben durch den Miss-Tuning-Titel verändert? Gab es Neid oder Missgunst?

„Ja, in mein Leben ist Bewegung gekommen. Erstens habe ich meinen Freund Sidney
auf einem Event kennengelernt. Zweitens habe ich viel gesehen. Und drittens haben
das Foto-Shooting und der Auftritt im Fernsehen mein Selbstbewusstsein gestärkt.
Dass es auch mal blöde Kommentare gibt, lässt sich nicht vermeiden.“

Ist es Ihnen schon passiert, dass in Ihrer Gegenwart Blondinen-Witze gerissen wurden? Was halten Sie überhaupt von solchen Kalauern?

„Ich finde diese Witze bescheuert. Nur weil ich blonde lange Haare habe und in
Reizwäsche vor schicken Autos posiere, heißt das noch lange nicht, dass ich dumm
bin. Im Übrigen gibt es viele kluge, erfolgreiche Blondinen.“

Sie haben mit 90-67-92 Traummaße. Müssen Sie für diese Figur ständig hungern? Oder treiben Sie regelmäßig Sport, um schlank zu bleiben?

„Ich hungere nicht, schaue aber darauf, dass ich mich gesund ernähre. Eine Pizza
um Mitternacht verkneife ich mir allerdings. Und ich mache auch regelmäßig Sport –
gehe ins Fitness-Studio oder zum Schwimmen.“

Welchen Tipp würden Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg geben?

„Man sollte locker an die bevorstehenden Aufgaben rangehen und den Spaß dabei
nicht aus den Augen verlieren. Außerdem sollte man sich nicht so ‚tussig‘ aufführen
und womöglich noch verstellen, um die Erwartungen der Szene zu erfüllen. Das
kommt gar nicht gut an.“

Was sind Ihre nächsten Ziele? Der Laufsteg?

„Zuerst möchte ich im Juli meine Ausbildung als Großhandelskauffrau abschließen
und nebenher ein wenig modeln. Vielleicht studiere ich auch noch Betriebswirtschaft
– mal sehen.“

Und was wäre, wenn morgen der „Playboy“ anruft?

„Das lasse ich auf mich zukommen. Und wenn es tatsächlich so käme, würde ich mir
die Sache gut überlegen.“

WERBUNG: