ADAC: Motorradhelme im Test

Der Teuerste macht das Rennen
Bei den Kopfschützern liegen die Unterschiede im Detail

3.5.2011 München (ots) – Der ADAC hat zehn sogenannte Crossover-Helme getestet. Im Gegensatz zu den klassischen Klapphelmen dürfen diese Kopfschützer auch offen, also als Jethelm, genutzt werden. Ergebnis: Von den drei mit „gut“ bewerteten Helmen macht das teuerste Produkt, der X-Lite X-402 GT, mit Abstand das Rennen. Er kostet 400 Euro und wartet in allen Einzelkriterien mit „guten“ oder „sehr guten“ Bewertungen auf. Auch der EvoLine 2 der Firma Shark und der EXO 900 vom Hersteller Scorpion bekommen das Gesamturteil „gut“. Die anderen sieben Helme schließen mit dem Gesamturteil „befriedigend“ ab. Trotz großer Unterschiede beim Kaufpreis – die Spanne liegt zwischen 150 und 400 Euro – liegen die Helme bei den Ergebnissen nicht sehr weit auseinander. Die größten Unterschiede gab es im Bereich „Sicht“. Hier wurden Noten von „sehr gut“ bis „ausreichend“ vergeben. Zur Abwertung eines Produkts wegen ausgeprägter Schwächen kam es nicht. Getestet wurden: Sicht, Aerodynamik, Geräusche, Handhabung, Komfort sowie Unfallschutz (Schlag- und Abstreiftests).

Die Visiere der Helme von Airoh, Givi, HJC, Nolan und Probiker neigen zum Beschlagen. Mangelnde Kratzfestigkeit stellt der ADAC bei den Modellen von Probiker, Roof und Scorpion fest. Der KX 4 von Probiker bekommt in der Einzelbewertung „Sicht“ die schlechteste Note (4,2). Auch wegen der Ergebnisse beim Unfallschutz (3,1) und beim Geräuschverhalten (2,9) bildet der KX 4 das Schlusslicht des Tests.

Die Helme von Shark und Scorpion, die beide das Gesamturteil „gut“ erhalten, zeichnen sich durch hohen Tragekomfort aus. Bei diesen Produkten ist allerdings zu kritisieren, dass sie jeweils fast zwei Kilogramm schwer sind und dadurch die Halsmuskulatur des Motorradfahrers stark belasten. Die Helme von HJC, Airoh und Nolan fallen durch eine hohe Geräuschbelastung auf.

Der ADAC fordert, dass die Hersteller auch bei den preiswerteren Modellen für bessere Kratzfestigkeit und Vorkehrungen gegen das Beschlagen der Visiere sorgen. Beim Kauf eines Kopfschutzes sollte sich der Verbraucher viel Zeit für eine intensive Beratung nehmen. Der Helm soll fest sitzen, ohne zu drücken. Fest sitzt das Produkt meist dann, wenn sich die Kopfhaut im Bereich der Stirn bei Drehbewegungen des Helms mit verschiebt. Das Innere des Helms „setzt“ sich im Laufe der Benutzung etwas. Deshalb: Keinen zu großen Helm wählen.

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