Opel: Stracke geht – was kommt jetzt?

14.7.2012 – Ein Paukenschlag aus Rüsselsheim: Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke tritt ohne Angaben von Gründen zurück. GM hat offensichtlich Ernst gemacht – magere Absatzzahlen, Ideenlosigkeit sowie zu hohe Kompromissbereitschaft gegenüber der Politik, sind nur einige Beweggründe, die in diesen Tagen vermutet werden. GM hält sich bei der Aufklärung der Situation indes vornehmlich zurück.

Branchenkenner sind sich einig: GM holt in Europa nun zum großen Rundumschlag aus. In Frankreich brennt es bei der GM-Tochter PSA Peugeot Citroën lichterloh, rund 8000 Stellen sollen dort laut Peugeot-Chef Philippe Varin gestrichen werden. In Deutschland werden wohl nach Strackes Abgang wieder Begriffe wie Opel-Werksschließungen und Massenentlassungen ins Feld geführt werden, auch wenn Politik und Gewerkschaften bereits im Vorfeld ihre Geschütze auffahren. Sogar ein kompletter Rückzug aus Europa wird mittlerweile bei Experten, wie Ferdinand Dudenhöffer, offen als Option gehandelt.

Und die Opel-Tuningschmieden? Leicht hatten sie es in den letzten Jahren ohnehin nicht und sinkende Absatzzahlen, im ersten Halbjahr 2012 Minus 9,3% laut KBA, machen nicht gerade Hoffnung auf bessere Zeiten. Wo keine Neuwagen verkauft werden, macht man mit Tuning auch keine Geschäfte. Mit Wehmut wird manch ein Tuner und Opelaner an diesem Wochenende nach München zum DTM-Event blicken, wo die Deutschen Top-Automobilmarken Audi, Mercedes und BMW sich feiern. In der Rennserie, in der auch Opel sich prestigewirksam präsentierte und von der nicht zuletzt auch die Opel-Tuner profitierten. Die ersten Traditions-Tuner haben heutzutage bereits das Feld geräumt. Gerade auch in der Tuning-Branche wartet man auf nun positive Akzente aus Rüsselsheim…

Heiße Anwärter auf Strackes Chef-Sessel sind übrigens Thomas Sedran (Strategievorstand) und Peter Thom (Produktionsvorstand) – beide nicht als „Softies“ bekannt.

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