Opel-Werk Eisenach – viel Arbeit in den Werksferien

16.8.2011 Eisenach. Im Opelwerk Eisenach laufen derzeit während der Werksferien die größten Umbauaktivitäten seit Produktionsstart 1992. Für den Bau eines zukünftigen Kleinwagens investiert das Unternehmen derzeit insgesamt 190 Millionen Euro in den Ausbau des thüringischen Standortes sowie für die Anschaffung neuer Maschinen und Werkzeuge.

Das Außengelände des Werkes gleicht derzeit einer riesigen Baustelle. In vielen Bereichen außerhalb der Werkshallen wird gebaggert, Erdreich verschoben, gepflastert, Beton geschreddert oder Boden verfestigt. Aber auch in zwei Fertigungsbereichen haben tiefgreifende Umbauten an den Produktionslinien begonnen. Die Vorbereitungsarbeiten für das neue Modell können zum größten Teil nur in produktionsfreien Zeiträumen stattfinden. So werden bis Ende 2012 die Arbeiten jeweils während der Werksferien weiterlaufen.

„Wir liegen voll im Zeitplan, um unserer neues Modell 2013, termingerecht und in Spitzenqualität auf teilweise neue Linienabschnitte zu bringen“, sagte Werksdirektor Stefan Fesser. „Dies ist für uns alle eine große Herausforderung und zugleich Verantwortung, denn erstmalig in der Geschichte von Opel Eisenach produzieren wir ein Modell ausschließlich in Thüringen.“

Übersicht: Umbaumaßnahmen in den Werksferien

Insgesamt 15 Bau- und 6 Montagefirmen mit mehreren hundert Mitarbeitern sind auf dem Werksgelände aktiv. Außerdem stehen noch Wartungs- und Reparaturarbeiten auf der Tagesordnung, die nur bei stehenden Anlagen möglich sind.

Die Arbeiten im Rohbau und der Lackiererei werden von Anlagen- und Fertigungsplanern koordiniert. In allen Bereichen finden tägliche Besprechungen statt, um den Fortschritt der Arbeiten und Zeitpläne abzustimmen. Die Sicherheit der Bau- und Montagearbeiter hat dabei höchste Priorität.

Sämtliche Umbauarbeiten in den Fertigungsbereichen müssen bis zum Ende der Werksferien abgeschlossen sein, so dass die gesamte Produktionslinie pünktlich zum Produktionsstart nach den Werksferien in einem betriebsbereiten Zustand übergeben werden kann.

Rohbau:

Die Fahrzeuggeometrie des Junior verlangt den Umbau aller Fertigungseinrichtungen im Rohbau. Corsa-Einrichtungen werden teilweise erweitert, so dass in Zukunft beide Modelle gefertigt werden können. Andere Einrichtungen wiederrum müssen neu errichtet werden.

Bereits mit Ablauf der letzten Karosserie vom Band und dem Start der Werksferien begannen die Arbeiten an der Aufbaustufe 1 (Heften von Boden vorn und hinten sowie Vorderwagen). Nach Abschaltung der Anlage wurde diese komplett demontiert.
Nach nur sieben Tagen war bereits der mechanische Teil der Anlage neu aufgebaut.
Weiterhin wurden an anderen Stationen Werkzeuge angepasst oder neu eingebaut.

In der Rohmontage – hier werden Kotflügel, Motorhaube und Rückwandklappe montiert – wurde Hub- und Fördertechnik abgebaut und durch fünf neue Exzenterhubtische und drei Scherenhubtische ersetzt.

In die automatische Fertigungsanlage für den Zusammenbau der kompletten Karosserie (Aufbaustufe 2) – hier wird dem Fahrzeugunterbau die Seitenwand und das Dach zugefügt – wurden zusätzliche Arbeitsstationen mit Robotern, modernsten Servo-Schweißzangen und neuen Steuerungen installiert. Dies ermöglicht nicht nur das Fertigen des neuen Kleinwagens, es bringt auch Qualitätsgewinn bei den Schweißverbindungen, vor allem bei den höherfesten Stählen. Gleichzeitig wird auch die erforderliche Energie reduziert.

Lackiererei:

Die Lackiererei ist ebenfalls eine Großbaustelle. Die Decklacklinie wurde von der manuellen Fertigung auf Roboterlackierung umgebaut. Die Baustelle insgesamt geht über drei Etagen. Die Linie ist nun mit modernster Roboter-Applikationstechnik ausgestattet, die einen optimalen und ökonomischen Farbauftrag bei den unterschiedlichen Karosserieformen ermöglicht.

Für den Umbau dieser Linie wurden:

die Kabinen neu errichtet,
die Statik des Gebäudes verstärkt,
die Robotertechnik installiert,
die gesamte Elektrik und Steuerung erneuert,
die Farbversorgung neu verlegt,
die komplette Luftversorgung, sowie die Entsorgung umgebaut und erneuert und
die Fördersysteme angepasst

Mit diesem Umbau ist die Lackiererei optimal auf das neue Modell vorbereitet und kann Fahrzeuge schneller und vor allem qualitativ noch hochwertiger lackieren, um somit noch besser auf eine erhöhte Kundennachfrage zu reagieren.

WERBUNG: