Rallye Spanien. 20. – 23. Oktober 2011

Rallye Spanien. 20. – 23. Oktober. FIA World Rally Championship, Lauf 12 von 13. Tag 1 

22.10.2011 Salou. Nach dem ersten Tag der Rallye RACC – Rallye Spanien, der Anlass für zahlreiche Diskussionen lieferte, liegen die beiden Fahrercrews des MINI WRC Teams in den Top-6. Dani Sordo (ES) und Carlos del Barrio (ES) werden auf Platz fünf geführt, Kris Meeke (GB) und Paul Nagle (IR) folgen unmittelbar dahinter auf der sechsten Position. Dichte Staubwolken hatten auf zwei der sechs Wertungsprüfungen dafür gesorgt, dass die spanischen Rallye-Fans statt spannender Positionskämpfe eine Lotterie zu sehen bekamen. Teilweise betrug die Sicht für die Piloten nicht mehr als einige Meter.

Gleich auf dem ersten Teilstück sahen sich die Fahrer mit dieser Herausforderung konfrontiert. Windstille verschlimmerte die Lage sogar noch, so dass der aufgewirbelte Staub lange in der Luft hängen blieb und die Sicht der Crews erheblich einschränkte. Auf der letzten Wertungsprüfung am Abend, die bei Dunkelheit ausgetragen wurde, traten die Schwierigkeiten erneut auf und erwiesen sich sogar als noch gravierender als am Vormittag. Die Teams äußerten sich im Anschluss kritisch darüber, dass bei derartigen Bedingungen überhaupt gefahren wurde. Für Sordo und Meeke waren dies jedoch nicht die einzigen Herausforderungen: Während der Spanier auf der fünften Prüfung mit Funkproblemen zu kämpfen hatte, drang der Staub in Meekes Auto ein und geriet in die Augen des Briten und seines Beifahrers Nagle.

Die Schotter-Prüfungen der Rallye Spanien hat das MINI WRC Team nun abgeschlossen, am Samstag und Sonntag wird ausschließlich auf Asphalt gefahren. Deshalb hofft die Mannschaft darauf, dass sie sich mit beiden MINI John Cooper Works WRC im Verlauf der vorletzten Rallye des Jahres noch steigern wird.

Dave Wilcock (Technischer Direktor):

„Wir sind mit hohen Erwartungen in den Tag gegangen. Allerdings war bereits nach der ersten Zwischenzeit klar, dass der Staub heute eine gewichtige Rolle spielen würde. Auf der ersten Prüfung sah der Aufschrieb unserer zwei Piloten die Fahrt im sechsten Gang vor – und sie waren im dritten Gang unterwegs. Die Bedingungen waren nicht für alle gleich. Der Veranstalter wollte das Problem mit einem dreiminütigen Abstand zwischen den Autos in den Griff bekommen, aber das hat nicht funktioniert. Vor der ersten Prüfung haben wir uns mit Kris dazu entschlossen, eine Zehn-Sekunden-Strafe in Kauf zu nehmen und mit einer Verspätung von einer Minute einzuchecken. Im Verlauf des Teilstücks hat er dadurch zwischen 25 und 30 Sekunden gewonnen. Abzüglich der Strafe konnten wir dank dieser Entscheidung also immer noch 15 Sekunden gutmachen. Außerdem war Kris auf der ersten Schleife mit einem kleinen Problem unterwegs, nachdem er sich in einem Schlagloch die Aufhängung beschädigt hatte. Er fuhr aber bis zum Service durch, so dass wir den Schaden reparieren konnten. Auch an Danis Auto stellten wir beim Service einen kleineren Schaden fest, der auf den ersten drei Prüfungen das Handling beeinträchtigt haben könnte. Für die Nachmittags-Schleife hatten wir uns vorgenommen, etwas von der verlorenen Zeit aufzuholen. Das hat auf der ersten Prüfung auch recht gut funktioniert. Auf der nächsten Wertungsprüfung setzte bei Dani dann aber der Funk aus, was wiederum ein paar Sekunden gekostet hat. Vor der letzten Prüfung konnten wir das Problem lösen. Für die Schlussprüfung gingen die Fahrer in Abständen von vier Minuten an den Start, da erneut mit Staub zu rechnen war. Wie auf der ersten Prüfung waren die Bedingungen schrecklich, es war eine richtige Lotterie. Am Ende des Tages lagen wir zwei Minuten hinter dem Spitzenreiter. Der größte Teil dieses Rückstands ist auf den Staub zurückzuführen. Deshalb sind wir nach den ersten sechs Prüfungen nicht sonderlich zufrieden. Morgen beginnt jedoch die Asphalt-Rallye – und wir werden versuchen, uns weiter nach vorn zu arbeiten.“

Dani Sordo (MINI John Cooper Works WRC Nr. 37):

„Heute haben wir unsere Zeit hauptsächlich auf der ersten und auf der letzten Prüfung verloren. Es waren über 40 Sekunden, um genau zu sein. Bei der zweiten Durchfahrt des langen Teilstücks mit über 35 Kilometern war am Start die Funkverbindung zum Beifahrer abgebrochen und setzte auch danach immer wieder aus. Ich konnte Carlos nicht besonders gut verstehen. So war es schwierig zu wissen, welche Kurve vor uns lag. Bei der abschließenden Abend-Prüfung waren die Verhältnisse wirklich schlecht. Es war unmöglich, etwas zu sehen. Insgesamt war es kein einfacher Tag, denn wir hatten es mit einigen Schwierigkeiten zu tun. Morgen muss ich alles versuchen und angreifen. So wie in Frankreich möchte ich zeigen, wie stark unser MINI auf Asphalt unterwegs ist. Es ist beinahe so, als würde eine neue Rallye beginnen. Vielleicht gelingt es uns, ein paar Positionen gutzumachen. Es wird in jedem Fall ein interessanter Tag.“

Kris Meeke (MINI John Cooper Works WRC Nr. 52):

„Dieser Tag hatte es in sich. Wenn ich absolut ans Limit und volles Risiko gegangen wäre, dann hätte ich vielleicht ähnliche Zeiten wie Dani fahren können. Aber mir war klar, dass er sich morgen ohnehin wieder etwas absetzen würde, da mir auf den Straßen hier die Erfahrung fehlt. Also sagte ich zu mir: Entspann dich und nutze die Zeit, um diese Rallye richtig kennenzulernen. Der schwierigste Teil liegt hier in Spanien ganz sicher hinter uns. Die letzte Prüfung war die anspruchsvollste, die ich je gefahren bin. Morgen spielt sich alles auf Asphalt ab. Wir müssen einen guten Rhythmus finden und versuchen, ein paar Zehntelsekunden zu finden. Die Abstände zwischen den Fahrern werden erheblich geringer sein. Heute haben es uns der Staub und die Felsbrocken, die auf der Piste verstreut waren, wirklich sehr, sehr schwierig gemacht.“

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