Rallye Wales GB. 10.-13. November 2011 Tag 2

12.11.2011 Wales. Für den zweiten Tag (11.11.2011) des FIA World Rally Championship Saisonfinales ist das typische November-Wetter nach Wales zurückgekehrt: Bei Regen und rutschigen Bedingungen verließen die Crews am Vormittag Llandudno, um die Rallye Wales GB fortzusetzen. Der MINI John Cooper Works WRC von Kris Meeke (GB) und Paul Nagle (IR) beendete den Tag auf dem achten Platz. Dani Sordo (ES) und Carlos del Barrio (ES) starten nach einem Unfall auf der zweiten Wertungsprüfung des Tages am heutigen Samstag in der SupeRally.

Beide Crews des MINI WRC Teams erlebten einen schwierigen Tag. Auf dem zweiten Teilstück bremste Sordo ein wenig zu spät und kam von der Piste ab. Zwar war es dem spanischen Duo nicht mehr möglich, wieder auf die Prüfung zurückzukehren. Dennoch hielt sich der Schaden am MINI mit der Startnummer 37 in Grenzen, so dass Sordo und del Barrio am Samstag bei der Fortsetzung der Rallye wieder ins Geschehen eingreifen werden. Meeke büßte auf der siebten Prüfung etwa zweieinhalb Minuten ein, nachdem er sich gedreht hatte und dabei ein Keilriemen gerissen war. Glücklicherweise hatten Meeke und Nagle das entsprechende Ersatzteil an Bord, so dass sie die nötige Reparatur selbst vornehmen konnten. Dennoch fiel der MINI John Cooper Works WRC mit der Nummer 52 vom sechsten auf den elften Rang zurück. Meeke ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und fuhr gleich auf der folgenden Wertungsprüfung die zweitschnellste Zeit aller Piloten sowie die Bestzeit auf dem zehnten Teilstück. Damit ist Meeke der erste britische Fahrer seit 2005, dem bei der Rallye Wales GB eine Bestzeit gelungen ist.

Am Freitag legte das Feld insgesamt 141,43 Wertungskilometer zurück, so viele wie an keinem anderen Tag der Rallye. Am Samstag stehen sechs Prüfungen und weitere 128,06 Kilometer auf dem Programm. Die Autos haben die Rückreise vom Servicepark in Builth Wells nach Cardiff angetreten. Dort brechen sie morgen früh um 6.00 Uhr wieder in Richtung Service auf, wo sie um 8.00 Uhr erwartet werden.

Dave Wilcock (Technischer Direktor):

„Dieser Tag hatte viele Höhen und Tiefen. Leider kam Dani auf der zweiten Prüfung von der Piste ab. Er hatte den Bremspunkt verpasst, rutschte bei den schlechten Gripverhältnissen von der Fahrbahn und geradewegs in einen Graben. Zum Glück wurde das Auto nicht sonderlich schwer beschädigt, so dass wir morgen in die SupeRally gehen können. Kris hatte auf der siebten Wertungsprüfung einen Dreher, anschließend trat das Problem mit dem Keilriemen auf. Das hat ihn zurückgeworfen. Auf der letzten Prüfung hat es ihm dann die einsetzende Dunkelheit nicht einfach gemacht. Am Morgen war er konkurrenzfähige Zeiten gefahren und konnte der Rallye am Nachmittag mit einem zweiten Platz und einer Bestzeit seinen Stempel aufdrücken. Rang acht ist nach diesen Problemen noch immer okay. Wenn Morgenvormittag alles nach Plan verläuft, dann sollte er sich im Verlauf der ersten Prüfungen auf den sechsten Platz zurückkämpfen können. Es dürfte für ihn etwas schwieriger werden als heute, denn auf einigen der Teilstücke ist er seit vielen Jahren nicht gefahren. Da werden die Piloten, die dort schon im Vorjahr gefahren sind, im Vorteil sein. Wie schon zu Beginn der Saison tritt Kris morgen mit einem neuen Aufschrieb an. Das wird sich auf die Zeiten auswirken. Wir sind mit seiner Leistung bei dieser Rallye aber bisher wirklich sehr zufrieden. Nun muss er diesen Schwung in den morgigen Tag mitnehmen.“

Dani Sordo (MINI John Cooper Works WRC Nr. 37):

„Ich bin natürlich enttäuscht. Ich habe einfach viel zu spät gebremst, und es war ganz allein mein Fehler. Die Bedingungen waren rutschig. Dann sah ich die Spuren der vorangegangenen Autos, war etwas abgelenkt und hielt das für den richtigen Bremspunkt. Danach wusste ich sofort, dass es nicht gut ausgehen würde. Ich muss zugeben, dass ich mich bei diesen Verhältnissen hier von Anfang an nicht sonderlich wohlgefühlt habe. Das Auto ist aber zum Glück nicht sonderlich beschädigt. Jetzt freue ich mich darauf, morgen wieder eingreifen zu können.“

Kris Meeke (MINI John Cooper Works WRC Nr. 52):

„Es fühlt sich klasse an, nach meiner ersten Asphalt-Bestzeit in Spanien nun auch auf Schotter ganz vorne gelandet zu sein. Das beweist: Wir bewegen uns in die richtige Richtung. Das Auto funktioniert sehr, sehr gut. Der Nachmittag ist toll verlaufen, allerdings hätte das Problem auf der ersten Schleife wirklich nicht sein müssen. Wir haben uns gedreht, und einen oder eineinhalb Kilometer später sprang die Warnleuchte an. Der Keilriemen, der die Wasserpumpe kontrolliert, hatte sich gelöst. Und wenn das Wasser im Motor nicht zirkuliert, dann gehen die Temperaturen in die Höhe. Wir haben auf dieser Prüfung über zwei Minuten verloren. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Es hat Spaß gemacht, sich wieder nach vorn zu arbeiten. Jetzt fehlen uns nur noch ein paar Sekunden auf Platz sechs. Mein Ziel ist es, bis auf den fünften Rang vorzufahren. Aber das ist noch ein langer Weg. Auf dieser Schleife haben wir wieder viel über unser Auto gelernt. An diesem Wochenende steht für uns im Zentrum, weitere Erfahrungen auf Schotter zu sammeln. Bei dieser Rallye und bei diesen Verhältnissen kommt es vor allem auf die kleinen Dinge an, die perfekt funktionieren müssen. Und insgesamt gelingt uns das hier recht gut.“

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