Reifenschaden vereitelt Audi-Sieg in Malaysia

Frank Biela/Marcel Fässler/Marco Werner Zweite in Sepang
Audi R8 LMS bei extremen Temperaturen zuverlässigstes Fahrzeug
Kundensport-Rennwagen führte Rennen bis 18 Minuten vor Schluss an

18.9.2011 – Unter extrem harten Bedingungen bewies der Audi R8 LMS beim zwölfstündigen Malaysia Merdeka Endurance Race in Sepang einmal mehr seine Langstreckenqualitäten. Der seriennahe Kundensport-Rennwagen lief technisch absolut fehlerfrei. Nach den 12 Stunden von Bathurst, den 24 Stunden von Spa und den 24 Stunden von Zolder war der vierte große Langstreckensieg des Audi R8 LMS zum Greifen nahe. Ein Reifenschaden aber vereitelte den Sieg des Teams WRT (Belgian Audi Club) denkbar knapp.

In the heat of the night: Bei Spitzentemperaturen von 35 Grad Celsius waren technische Probleme im Starterfeld die Regel, nicht jedoch beim Audi R8 LMS. Zum Sieg fehlte dem Fahrzeug mit der Startnummer 1 allerdings das nötige Rennglück: Ein Reifenschaden hinten links erzwang wenige Minuten vor Ende einen zusätzlichen Boxenstopp. Nach 12 Stunden Fahrzeit und 1.779,303 Kilometern mussten sich Frank Biela/Marcel Fässler/Marco Werner um 70,489 Sekunden geschlagen geben.

Lange Zeit hatte auch das zweite Fahrzeug des Teams WRT beste Chancen auf einen Podiumsplatz. Bis zur Halbzeit lagen Seiji Ara/Darryl O’Young/Alex Yoong als beste Audi-Piloten im Feld auf Position zwei. Als kurz vor Ende der siebten Rennstunde eine Überrundung anstand, übersah ein anderer Teilnehmer den weiß-blauen Rennwagen und touchierte ihn heftig. Ein gebrochenes Schwenklager erzwang den Tausch der gesamten vorderen linken Radaufhängung. Mit 15 Runden Rückstand nahm das asiatische Fahrertrio das Rennen wieder auf und belegte am Ende Platz fünf.

Fast zeitgleich musste auch der dritte Audi R8 LMS im Feld einen Rückschlag hinnehmen. Alexandre Imperatori/Jeffrey Lee/Aaron Lim lagen im Auto des Kundenteams Pauian Archiland absolute racing an sechster Stelle. Sie verloren durch einen Kupplungsschaden mehr als 90 Minuten, da das erprobte Modul einen versehentlichen Start im zweiten Gang nach einem Boxenstopp nicht verkraftete. Am Ende verbesserte sich das Trio noch bis unter die ersten zehn.

Während in Sepang das letzte große Langstreckenrennen des Jahres gefahren wurde, ist die Saison für den Audi R8 LMS noch nicht vorbei. In nicht weniger als vier Meisterschaften liegen aktuell Kundenteams mit dem Audi R8 LMS in Führung: Mark Eddy in Australien, Bert Longin/Xavier Maassen in Belgien, Greg Franchi in der Blancpain Endurance Series und Marco Bonanomi/Andrea Sonvico in Italien. Im portugiesischen Taca-Cup und in Japan stehen zwei Audi-Kundenteams in diesem Jahr bereits als Sieger fest.

Stimmen nach dem Rennen

Frank Biela (Audi Sport performance cars R8 LMS #1): „Wir hatten heute ein bisschen Pech. Der einzige Reifenschaden, der heute wohl im Spitzenfeld aufgetreten ist, ergab sich an unserem Auto. Uns hat es kurz vor Ende erwischt. Das ist Rennsport. Das Rennen ist erst nach 12 Stunden vorbei, nicht nach 11:40 Stunden. Aber es war toll, wieder bei dieser Veranstaltung dabei gewesen zu sein. Es war verdammt hart für Fahrer und Material. Genau das ist bei diesem Rennen der besondere Reiz.“

Marcel Fässler (Audi Sport performance cars R8 LMS #1): „Der Reifenplatzer verfolgt mich seit Le Mans. In Frankreich hatten wir Glück, hier in Sepang war es ein großes Unglück. Ich musste eine komplette Runde fahren. Ich denke, unseren Vorsprung hätte ich sonst locker verwalten können. Ich habe nicht einmal etwas riskiert, sondern fuhr meinen Rhythmus. Dann hat sich der Reifen ohne Ankündigung verabschiedet. Unglaublich! Das Team, meine Teamkollegen und das Auto waren sehr gut. Wir hätten den Sieg durchaus verdient gehabt. Auch nach einer Durchfahrtstrafe zu Beginn haben wir uns wieder nach vorn gekämpft. Wir hatten auch die schnellsten Boxenstopps im Feld – also alles, was man zum Sieg braucht. Es hat nicht sollen sein.“

Marco Werner (Audi Sport performance cars R8 LMS #1): „Das war lange Zeit ein ganz gutes Rennen, wie es für Audi typisch ist. Wir fuhren gute Rennabschnitte und das Auto war wie immer zuverlässig. Es sah nach einem Audi-Sieg aus, aber es ist erst zu Ende, wenn die karierte Flagge fällt. Damit müssen wir heute zufrieden sein.“

Seiji Ara (MediaCorp Audi R8 LMS #2): „Wir wurden heute Fünfte. Leider hatten wir etwas Pech in diesem Rennen. Trotzdem: Der Audi R8 LMS war sehr gut und absolut zuverlässig. Wir waren konstant unterwegs und das Rennen hat Spaß gemacht. Danke an das Team und meine Teamkollegen.“

Darryl O’Young (MediaCorp Audi R8 LMS #2): „Bei einem Langstreckenrennen kann immer alles passieren. In Bathurst hatten wir im Februar das erforderliche Glück und haben mit dem R8 LMS gewonnen. Auch an diesem Wochenende zählten wir zur Spitze. Wir lagen vor unseren Teamkollegen und hatten nur einen kleinen Abstand zum Führenden. Doch dann gab es den Unfall beim Überrunden. Das macht diese Rennen so schwierig. Das ganze Team ist natürlich enttäuscht. Und dann hatte der führende Audi kurz vor Schluss auch noch einen Reifenschaden. So nah an einem Sieg zu sein, und dann doch zu verlieren, ist natürlich schwierig. WRT ist ein fantastisches Team. Es war ein echtes Vergnügen. Und der R8 LMS war sehr einfach zu fahren. Danke an alle im Team und an die quattro GmbH für die Unterstützung.“

Alex Yoong (MediaCorp Audi R8 LMS #2): „Unser Team ist sehr professionell und die Unterstützung war erstklassig. Wir hatten nur kurz Zeit, uns kennenzulernen, und doch war es wie eine große Familie. Alle haben für dasselbe Ziel gearbeitet. Ich konnte nichts tun, als ein Hinterbänkler in mein Auto fuhr. Er wurde bestraft, aber das hat uns auch nichts genutzt. Wir haben eine halbe Stunde verloren. Ein herzzerreißender Moment war der Reifenschaden am Auto Nummer eins kurz vor Schluss. Auch das ist Motorsport.“

Vincent Vosse (Teamchef WRT): „Ein Langstreckenrennen ist immer ein Kompromiss aus Tempo, Erfahrung, Teamarbeit sowie technischer Zuverlässigkeit des Autos. Und auch ein bisschen Glück gehört dazu. Genau das hat uns hier gefehlt. An den Autos hatten wir nicht das geringste technische Problem. Aber wenige Minuten vor Schluss gab es den Reifenschaden. Das ist hart. Wir müssen auch fair bleiben und einräumen, dass beide Mercedes sehr schnell waren und ebenso ihre Probleme hatten. Auch wenn es für uns sehr schwierig ist, müssen wir diesen Ausgang des Rennens akzeptieren.“

Ergebnis Rennen

1. Taniguchi/Yanagida/Ang (Mercedes), 321 Runden in 12:01.57,624 Std.
2. Biela/Fässler/Werner (Audi R8 LMS) + 1.10,489 Min.
3. Kataoka/Hairuman/Schneider (Mercedes) – 6 Rd.
4. Fung/Jones/Asai (Lamborghini) – 11 Rd.
5. Ara/O’Young/Yoong (Audi R8 LMS) – 14 Rd.
6. Yu/Li/Johansson (Ford) – 37 Rd.
7. D’Silva/Fahrizal/Geekie (Aston Martin) – 44 Rd.
8. Boon/Lek/Soh (Honda) – 47 Rd.
9. Choong/Koon/Sing (Honda) – 48 Rd.
10. Lee/Imperatori/Lim (Audi R8 LMS) – 52 Rd.

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