Teilhabechancengesetz: Continental stellt Langzeitarbeitslose ein

22.1.2019 Hannover. Das Technologieunternehmen Continental unterstützt das Teilhabechancengesetz und startet Ende Januar ein gemeinsames Pilotprojekt mit der Bundesagentur für Arbeit.

Geplant ist die Einstellung von Langzeitarbeitslosen an den Standorten Hannover, Ingolstadt und Regensburg. Die neuen Mitarbeiter sollen vor allem in klassischen Anlerntätigkeiten in der Produktion eingesetzt und in den ersten Jahren durch Fördermaßnahmen zielgerichtet begleitet werden.

„Wir müssen alle Kräfte mobilisieren, die uns auf dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Um die Mitarbeiter bei Continental halten zu können, investieren wir während der Maßnahme gezielt in ihre nachhaltige Qualifizierung“, so Personalvorstand Dr. Ariane Reinhart. „Bei fast Vollbeschäftigung in Deutschland kann es sich kein Unternehmen mehr leisten, auf ein Talent zu verzichten, nur weil dessen Profil auf den ersten Blick nicht auf eine freie Stelle passt.“

Das Teilhabechancengesetz ist zum Jahreswechsel in Kraft getreten und bietet neue Möglichkeiten zur Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. Unternehmen, die Mitarbeiter einstellen, die zuvor mindestens sieben Jahre lang nicht beschäftigt waren, erhalten künftig fünf Jahre lang Zuschüsse.

Die Auswahl der Kandidaten übernimmt das Jobcenter in Abstimmung mit dem jeweiligen Unternehmen. Das neue Gesetz soll nun im Rahmen eines Pilotprojekts bei Continental zur Anwendung kommen. „Wir haben bereits einige erfolgreiche Projekte mit Continental ins Leben gerufen. Deswegen freuen wir uns, dass wir auch beim Teilhabechancengesetz wieder einen gemeinsamen Piloten starten können“, sagt Detlef Scheele, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit.

Zwei der gemeinsamen Initiativen mit der Bundesagentur für Arbeit sind das WeGebAU-Projekt sowie die Initiative „Fit for Industry 4.0“ am Continental-Standort in Regensburg. Das Förderprogramm WeGebAU ermöglicht Mitarbeitern eine Qualifizierung zur IHK-Fachkraft Mechatronik.

Bereits 2017 hat Continental außerdem drei Ausbildungsgänge für ungelernte Produktionsmitarbeiter initiiert, um sie fit für die Industrie 4.0 zu machen. Im Fokus stehen dabei die Berufe Elektroniker für Betriebstechnik, Fachkraft für Lagerlogistik und Mechatroniker. Seit 2018 wird das Konzept auch am Standort Babenhausen umgesetzt und wurde um den Verfahrensmechaniker Kunststofftechnik erweitert. Mit dem Programm bietet Continental insbesondere langjährigen ungelernten Produktionsmitarbeitern die Möglichkeit einer Fachausbildung ohne Einkommensverluste.

Ein weiteres Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Initiative „Experiencing Europe“, die arbeitssuchende junge Erwachsene in Praktika in EU-Ländern vermittelt. Das Pilotprojekt wurde 2017 bei Continental unter dem Namen „We l.o.v.e. Europe“ gestartet. Insgesamt konnten bislang 63 Teilnehmer 121 Kurzpraktika in Europa absolvieren – drei davon haben im Anschluss ihre Ausbildung bei Continental gestartet.

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