VDI-Sicherheitstagung 2011

Sicherheitsforschung auf Vorunfall- und Nachunfallphase ausdehnen
Berliner Erklärung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI)
Schöneburg: „Mercedes-Benz demokratisiert Sicherheitssysteme“

6.10.2011 – Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Ing. Rodolfo Schöneburg, Centerleiter Passive Sicherheit bei Mercedes-Benz, und Prof. Dr. rer. nat. Volker Schindler, Leiter Fachgebiet Kraftfahrzeuge der Technischen Universität Berlin, veranstaltet der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Berlin am 5. und 6. Oktober seine 8. Sicherheitstagung. Im Mittelpunkt des Kongresses steht die Sicherheit von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben.
Zur Eröffnung des Kongresses erklärte Prof. Dr. Schöneburg: „Zur weiteren Reduzierung der Zahl der Unfälle und ihrer Folgen ist es entscheidend, sich nicht mehr nur primär auf den Aufprall zu konzentrieren, sondern auch die Vorunfall- und Nachunfallphase mit einzubeziehen.“ Bei der Sicherheit künftiger Mobilität gelte es, in allen Phasen von der Unfallentstehung bis zur Rettung weitere Verbesserungen zu erreichen.
Die zum Beginn des Kongresses veröffentlichte „Berliner Erklärung“ des VDI formuliert folgende Schwerpunkte der Verkehrssicherheits-Forschung:

Unfälle vermeiden mit Hilfe der sensorischen Erfassung des Umfelds, der Kommunikation der Fahrzeuge untereinander und mit der Umwelt insgesamt (Car2X-Kommunikation) sowie der Erforschung der Unfallentstehung.
Schwere der Unfälle reduzieren, indem die Vorunfallphase und innovative Sicherheitstechnik genutzt werden.
Neue Schutzpotenziale für Insassen und ungeschützte Verkehrsteilnehmer.
Wirksame Sicherheitsstandards und Anforderungen formulieren und weltweit harmonisieren. Dazu gehört auch die Förderung der Vergleichbarkeit der Real Life Performance künftiger Konzepte und Lösungen durch eine einheitliche Unfalldatenerhebung und -analyse weltweit.

In seinen einleitenden Worten verwies Prof. Dr. Schöneburg darauf, dass die Zahl der Verkehrsunfallopfer in der Vergangenheit stark abgenommen habe. „Auch die EU-Initiative zur Halbierung der Anzahl der Getöteten im Straßenverkehr in der letzten Dekade war sehr erfolgreich.“ Mit Blick auf die aktuelle Unfallstatistik, auf die rasante Entwicklung der individuellen Mobilität weltweit und auf neue Antriebskonzepte mahnte Schöneburg aber auch: „Die weitere Senkung der Zahl der Unfallopfer ist kein Selbstläufer. Es sind erhebliche Anstrengungen notwendig, um weiter voran zu kommen.“
Am Rande der VDI-Tagung erklärte Prof. Dr. Schöneburg dazu: „Das Ziel einer weiteren Halbierung der Zahl der Unfalltoten im Straßenverkehr ist nur zu erreichen, wenn innovative Sicherheitssysteme weiter demokratisiert werden. Mercedes-Benz geht hier mit gutem Beispiel voran. In der neuen B-Klasse ist das präventive Sicherheitssystem PRE-SAFE® erstmals in der Kompaktklasse verfügbar. Serienmäßig verfügt die
B-Klasse als weitere Weltneuheit über COLLISION PREVENTION ASSIST, ein radargestütztes System zur Verhinderung von Auffahrunfällen, sowie über eine Vielzahl von Assistenzsystemen.“
Mit einer Grundsatzrede zum Thema „Elektromobilität an der Schwelle zur Kommerzialisierung“ eröffnet Dr. Andreas Truckenbrodt den zweiten Tag der Tagung. Er ist CEO der AFCC Automotive Fuel Cell Cooperation, eines Mehrheits-Joint-Ventures der Daimler AG mit Ford Motor Company und Ballard Power Systems mit Sitz in Vancouver (Kanada). Dr. Truckenbrodt gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Brennstoffzellenforschung, warnt vor Patentrezepten („Der Schlüssel liegt im Portfolio der Antriebstechnologien inklusive Batterie und Brennstoffzelle“), analysiert den Stand der Technik („Kosten sind die Haupt-Herausforderung“) und beantwortet die Frage: Was wird anders bei der Sicherheit?
Mit folgenden Fachvorträgen bei der Sicherheitstagung des VDI zeigt Mercedes-Benz konkrete Wege zum Erreichen der Ziele der „Berliner Erklärung“ auf:

Pre-Crash Innovation in der integralen Sicherheit – Eine Untersuchung mit dem reversiblen PRE-SAFE® Pulse System (Dipl.-Ing. (FH) Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Markus Woldrich, Leiter Kostenteam Exterieur/
Passive Safety)
Internationale Harmonisierung von Unfalldaten: Fortschrittsbericht des FIA/ACEA Projekts iGLAD (Initiative for the Global Harmonization of Accident Data) (Dipl.-Ing. Dirk Ockel, Leiter Unfallforschung)
Erforderliche Maßnahmen zur Prüfung (z.B. Crash) alternativ angetriebener Gesamtfahrzeuge und deren Komponenten (Prof. Dipl.-Ing. Norbert Schaub, Leiter Prüfung Passive Sicherheit, Betriebsfestigkeit, NVH, Fahrzeugfunktionen)

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