Volkswagen 1. Halbjahresfinanzbericht 2012

Volkswagen Konzern setzt erfolgreiche Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr 2012 fort

  • Umsatz steigt um 22,6 Prozent auf 95,4 (77,8) Milliarden EUR
  • Operatives Ergebnis legt um 6,7 Prozent auf 6,5 (6,1) Milliarden EUR zu
  • Weltweiter Pkw-Marktanteil verbessert sich auf 12,4 (12,3) Prozent
  • Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile beläuft sich auf 14,9 Milliarden EUR

26.7.2012 Wolfsburg – Der Volkswagen Konzern hat seine positive Entwicklung im ersten Halbjahr 2012 trotz wachsender Herausforderungen auf zahlreichen Automobilmärkten erfolgreich fortgesetzt. „Wir können mit dem Geschäftsverlauf der ersten sechs Monate zufrieden sein“, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft, am Donnerstag bei der Vorlage des Halbjahresfinanzberichts. „Unsere starke Stellung auf den Weltmärkten wird uns trotz des fordernden Umfelds helfen, die Entwicklung des Gesamtmarktes zu übertreffen“, ergänzte Winterkorn.

Der Volkswagen Konzern steigerte seinen Umsatz in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,6 Prozent auf 95,4 (1. Halbjahr 2011: 77,8) Milliarden EUR. Das Operative Ergebnis wuchs um 6,7 Prozent auf 6,5 (6,1) Milliarden EUR. Die Operative Umsatzrendite lag nach sechs Monaten wie im ersten Quartal 2012 bei 6,8 (7,8) Prozent. Nicht enthalten im Operativen Ergebnis des Konzerns des ersten Halbjahres ist das anteilige Operative Ergebnis der chinesischen Joint-Venture Gesellschaften in Höhe von 1,8 (1,2) Milliarden EUR. Diese Unternehmen werden At Equity konsolidiert und schlagen sich deshalb im Finanzergebnis nieder. Neben der guten Geschäftsentwicklung der chinesischen Joint-Ventures wirkte sich hier auch das verbesserte Ergebnis der Porsche Zwischenholding GmbH aus. Darüber hinaus hatte die Aktualisierung der stichtagsbezogenen Bewertung der Put-/Call-Rechte bezüglich der Porsche Zwischenholding GmbH einen positiven Einfluss auf das Finanzergebnis. Das Ergebnis vor Steuern erreichte daher im ersten Halbjahr 10,1 (8,2) Milliarden EUR – ein Plus von 22,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Nach Steuern verbesserte sich das Ergebnis um 35,9 Prozent auf 8,8 (6,5) Milliarden EUR.

Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Entwicklung des ersten Halbjahres. „Vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Unsicherheiten sind wir mit unserer erzielten Leistung, den sich verbessernden Kostenstrukturen, unserer flexiblen Produktion sowie unserer Technologieführerschaft in vielen Bereichen gut für die anstehenden Herausforderungen gewappnet“, sagte Pötsch und betonte: „Unser Kurs der finanziellen Solidität zahlt sich mehr denn je aus.“

Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile

Zum Ende des ersten Halbjahres belief sich die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile auf 14,9 (Ende Dezember 2011: 17,0) Milliarden EUR. Darin enthalten ist ein Mittelabfluss in Höhe von 2,1 Milliarden EUR aus der im Jahr 2012 erfolgten Erhöhung der Anteile am Münchener Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauunternehmen MAN SE auf 75,03 Prozent der Stimmrechte und 73,57 Prozent des Grundkapitals.

Die Sachinvestitionen im Konzernbereich Automobile übertrafen im ersten Halbjahr mit 3,4 (2,5) Milliarden EUR den Vergleichswert des Vorjahres. Dennoch bewahrte der Volkswagen Konzern seine hohe Investitionsdisziplin mit einer Sachinvestitionsquote im Automobilbereich von 4,0 (3,7) Prozent. Die Investitionen flossen vor allem in die Fertigungsstandorte, die Umrüstung auf den Modularen Querbaukasten, in neue Produkte sowie die ökologische Ausrichtung der Modellpalette. „Die konsequente Ausgaben- und Investitionsdisziplin sowie die stetige Optimierung unserer Prozesse bleiben auch künftig elementare Bestandteile unserer Strategie“, sagte Pötsch weiter.

Marken und Geschäftsfelder

In den ersten sechs Monaten stieg der Absatz des Volkswagen Konzerns aufgrund der weltweit anhaltend hohen Nachfrage nach Konzernfahrzeugen um 12,4 Prozent auf
4,6 (4,1) Millionen Fahrzeuge. Der weltweite Pkw-Marktanteil kletterte gegenüber Vorjahreszeitraum von 12,3 auf 12,4 Prozent.

Die Marke Volkswagen Pkw setzte im ersten Halbjahr 2,4 (2,2) Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die größten Steigerungsraten wiesen die Modelle Fox, Tiguan, Touareg und Sharan auf. Ebenfalls stark nachgefragt wurden die Modelle up!, Beetle und CC. Das Operative Ergebnis verbesserte sich trotz der Vorleistungen für den Modularen Querbaukasten um 3,8 Prozent auf
2,2 (2,1) Milliarden EUR.

Der Ingolstädter Premiumhersteller Audi verkaufte von Januar bis Juni dieses Jahres 678.000 Fahrzeuge; weitere 166.000 Audi Fahrzeuge setzte das chinesische Joint Venture FAW-Volkswagen ab. Die Modelle Audi Q5, Audi A6, Audi A7 Sportback und Audi A8 wiesen die größten Zuwachsraten auf. Auch die neuen Modelle Audi A1 Sportback und Audi Q3 wurden stark nachgefragt. Das Operative Ergebnis belief sich auf 2,9 (2,5) Milliarden EUR. Es lag damit um 13,2 Prozent über dem Vorjahresniveau.

ŠKODA verzeichnete in den ersten sechs Monaten einen Absatz von 408.000 (362.000) Fahrzeugen. Das entspricht einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2011. Die Modelle Roomster, Yeti und Octavia sowie der Rapid in Indien erfreuten sich wachsender Beliebtheit. Aufgrund des höheren Volumens und verbesserter Produktkosten stieg das Operative Ergebnis um 9,0 Prozent auf 449 (412) Millionen EUR.

Mit weltweit 218.000 (188.000) Fahrzeugen lag der Absatz von SEAT um 16,0 Prozent über dem Vorjahreswert. Auf dem weiter rückläufigen spanischen Pkw-Markt ging die Nachfrage nach Fahrzeugen jedoch erneut zurück. In Deutschland und Großbritannien konnten die Verkaufszahlen des Vorjahres übertroffen werden. Der Operative Verlust verringerte sich um sechs Millionen EUR auf 42 Millionen EUR.

Der Luxushersteller Bentley profitierte weiter von der steigenden Nachfrage und setzte im ersten Halbjahr 5.000 (3.000) Fahrzeuge ab, ein Wachstum von 47,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nach einem Operativen Verlust in Höhe von 17 Millionen EUR im ersten Halbjahr 2011 erzielte Bentley in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Operativen Gewinn in Höhe von 57 Millionen EUR.

Volkswagen Nutzfahrzeuge setzte in den ersten sechs Monaten 228.000 (218.000) Fahrzeuge ab, ein Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Operative Ergebnis stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 um sieben Millionen EUR auf
242 Millionen EUR.

Der Absatz des schwedischen Nutzfahrzeugherstellers Scania sank in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,5 Prozent auf 32.000 (40.000) Fahrzeuge. Vor allem in Europa/Übrige Märkte und Südamerika ging die Nachfrage zurück. Das Operative Ergebnis belief sich auf 477 Millionen EUR; im Vorjahreszeitraum waren es 743 Millionen EUR.

Das Nutzfahrzeug-, Motoren- und Maschinenbauunternehmen MAN setzte im ersten Halbjahr 68.000 Fahrzeuge ab. Das Operative Ergebnis lag bei 354 Millionen EUR.

Volkswagen Finanzdienstleistungen erwirtschaftete von Januar bis Juni ein Operatives Ergebnis in Höhe von 665 Millionen EUR. Damit wurde der Vorjahreswert volumen- und währungsbedingt um 111 Millionen EUR übertroffen.

Winterkorn: „Wir gehen davon aus, unsere gesteckten Ziele zu erreichen.“

Trotz eines herausfordernden Umfelds bleibt der Volkswagen Konzern für die zweite Jahreshälfte zuversichtlich. „Wir gehen davon aus, unsere gesteckten Ziele für das Gesamtjahr zu erreichen. Unsere breite globale Aufstellung und die Mehrmarkenstrategie sind zusammen mit dem vielfältigen Finanzdienstleistungsangebot die zentralen Wettbewerbsvorteile des Volkswagen Konzerns“, sagte Winterkorn. Volkswagen verfügt über ein vielfältiges, faszinierendes und umweltfreundliches Produktportfolio. Mit der Integration der exklusiven Sportwagenmarke Porsche in den Konzern wird dieses attraktive Angebot nochmals gesteigert. Zudem wird der Volkswagen Konzern auch im zweiten Halbjahr 2012 zahlreiche neue Modelle präsentieren, wie etwa den neuen Golf. Die Neuheiten werden dazu beitragen, die starke Position des Konzerns auf den Weltmärkten auszubauen. „Wir rechnen deshalb damit, unsere Auslieferungen an Kunden gegenüber dem Vorjahr zu steigern“, sagte Winterkorn.

Europas größter Automobilhersteller bekräftigte zudem die Erwartung, auch bei den Umsatzerlösen den Vorjahreswert zu übertreffen. Zur Umsatzsteigerung trägt zum einen auch die zum 9. November 2011 erfolgte Vollkonsolidierung der MAN SE bei; deren Beitrag zum Ergebnis wird durch die vorzunehmenden Abschreibungen auf die Kaufpreisallokation begrenzt sein. Zum anderen wird die vollständige Einbringung des Automobilgeschäfts von Porsche voraussichtlich zum 1. August 2012 zur Vollkonsolidierung im Volkswagen Konzern führen; die daraus resultierende Umsatzsteigerung wird aufgrund von Konsolidierungseffekten jedoch eher gering ausfallen. Im Operativen Ergebnis des aktuellen Geschäftsjahres werden die anfänglich hohen Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation den Ergebnisbeitrag von Porsche voraussichtlich weitestgehend ausgleichen.

Für das Operative Ergebnis besteht weiter das Ziel, das Niveau des Jahres 2011 wieder zu erreichen.

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