Volkswagen Heritage verleiht Ivan-Hirst-Preis an die Absolventin Ariyen Kazem

19.11.2020. Der diesjährige Ivan-Hirst-Preis des Konzernarchivs der Volkswagen AG geht an die Wirtschaftswissenschaftlerin Ariyen Kazem. Ausgezeichnet wird sie für Ihre Masterarbeit zur Internationalisierung von Volkswagen, für die sie im Konzernarchiv umfassend recherchiert hat.

Die Entscheidung des Teams von Volkswagen Heritage fiel erstmalig, aber auch sehr klar, für eine Absolventin der Wirtschaftswissenschaften.

Ariyen Kazem verdiente sich die Anerkennung der Volkswagen Historiker nicht zuletzt durch ihre Zielstrebigkeit und die strukturierte Methodik, mit der sie sich das für sie zunächst unbekannte Terrain des Archivs erschloss und die Möglichkeiten des Archivs für ihre wissenschaftliche Arbeit ausschöpfte.

Das Resultat ihrer intensiven Forschungsarbeit kann sich sehen lassen:

„Es ist bemerkenswert, dass eine Wirtschaftswissenschaftlerin historische Akten im Archiv einsieht und die damaligen Vorgänge mit ihren Methoden analysiert“, so Dr. Ulrike Gutzmann, verantwortlich für das Konzernarchiv. „Das Ergebnis ist überzeugend, und ich begrüße diesen fächerübergreifenden wissenschaftlichen Ansatz.“

Die Preisträgerin zeigt mit ihrer Arbeit „Internationalisierung der Volkswagen AG – Eine vergleichende Analyse der Strategien und Entscheidungen für die Standorte Brasilien und Südafrika“, die mit der Note 1,3 bewertet wurde, eindrucksvoll, dass Wissenschaftler unterschiedlicher Fakultäten im Konzernarchiv der Volkswagen Aktiengesellschaft gut aufgehoben sind.

Dabei führt ihre Forschungsarbeit im Konzernarchiv Ariyen Kazem zunächst in eine völlig neue Welt. Die Studentin an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg wird von ihrer Dozentin auf das Volkswagen Konzernarchiv aufmerksam gemacht, weil es ausgezeichnete Bedingungen für wissenschaftliches Arbeiten bietet.

Kazem nimmt die Herausforderung des für junge Wirtschaftswissenschaftler ungewöhnlichen quellenorientierten Arbeitens an. Sie steht zunächst vor buchstäblich meterweise Material unterschiedlichster Art. So arbeitet sie sich durch Unterlagen wie digitalisierte Vorstandsprotokolle, Akten mit Entscheidungsvorlagen und Korrespondenzen, Gesprächsnotizen und Präsentationen.

„Das ist durchaus spannend, man kann sich auch mal festlesen und etwas vom Weg abkommen“, so Kazem. Deswegen muss sie schnell lernen, Prioritäten zu setzen und eine Methodik zu entwickeln, um die für sie wesentlichen Informationen zu identifizieren, was ihr eindrucksvoll gelingt.

Nebenbei erwirbt Ariyen Kazem Fähigkeiten, die ihr auf ihrem weiteren Weg sicherlich ein guter Begleiter sein werden. Sie selbst führt spontan Durchhaltevermögen und Geduld an, die sie auf ihrem Forschungsweg entwickelt hat. Denn das wissenschaftliche Arbeiten im Archiv kommt ihr zuweilen „wie ein großes Puzzle“ vor, wo sich im Lauf der Zeit mit dem Zusammenfügen der richtigen Elemente das ganze Bild ergibt.

Durch ihr Forschungserlebnis im Konzernarchiv nimmt sie sowohl inhaltlich als auch persönlich viel mit:

„Für mich war das Aktenstudium eine echte Herausforderung, da ich in meinem Studium keine Berührungspunkte mit der Arbeit von Historikern hatte. Die Auswertung der historischen Akten hat mir aber viel Freude gemacht. Der Ivan-Hirst-Preis ist für mich eine besondere Ehre und ich freue mich sehr über die Verleihung!“

Der Ivan-Hirst-Preis wird seit dem Jahr 2000 vom Konzernarchiv der Volkswagen Aktiengesellschaft verliehen und richtet sich an Nachwuchswissenschaftler, die sich in besonderer Weise mit der Unternehmensgeschichte von Volkswagen auseinandergesetzt haben.

Der Namensgeber Ivan Hirst hatte als Senior Resident Officer der britischen Militärregierung in den Jahren zwischen 1945 und 1949 maßgeblich dabei mitgewirkt, die Weichen für die rasante Entwicklung der Volkswagenwerk GmbH im Wirtschaftswunder zu stellen. Sein Engagement galt dabei gleichermaßen den produktionstechnischen und betriebswirtschaftlichen wie den sozialen und politischen Rahmenbedingungen.

Die diesjährige Preisträgerin Ariyen Kazem. (Quelle: Volkswagen AG)

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