Volkswagen Konzern setzt profitablen Wachstumskurs fort

Umsatz legt um rund 26 Prozent auf 77,8 (61,8) Milliarden EUR zu
Operatives Ergebnis auf 6,1 (2,8) Milliarden EUR mehr als verdoppelt
Operative Marge steigt im ersten Halbjahr auf 7,8 (4,6) Prozent
Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile mit 19,4 Milliarden EUR weiter auf hohem Niveau

Wolfsburg, 28. Juli 2011 – Der Volkswagen Konzern hat seinen profitablen Wachstumskurs im ersten Halbjahr 2011 fortgesetzt und seine weltweite Marktposition ausgebaut. „Die einzigartige Markenvielfalt, unsere hochattraktiven Produkte, unsere Spitzenstellung bei umweltfreundlichen Technologien, die Finanzkraft sowie die stetig steigende Präsenz in allen wichtigen Regionen der Welt sind zentrale Wettbewerbsvorteile für den Volkswagen Konzern“, sagte Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen Aktiengesellschaft, am Donnerstag bei der Vorlage des Halbjahresfinanzberichts.

Mit einem Plus von 14,3 Prozent und 4,1 (1. Halbjahr 2010: 3,6) Millionen ausgelieferten Fahrzeugen übertraf Europas größter Automobilkonzern die hohen Vorjahreswerte. Der weltweite Marktanteil stieg gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 von 11,7 auf 12,4 Prozent. Der Umsatz legte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres gegenüber dem Vergleichszeitraum um 25,8 Prozent auf 77,8 (61,8) Milliarden EUR zu. Das Operative Ergebnis wurde mehr als verdoppelt – es verbesserte sich von 2,8 auf 6,1 Milliarden EUR. Die Operative Umsatzrendite kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 4,6 Prozent auf 7,8 Prozent. Nicht enthalten im Operativen Ergebnis des Konzerns ist das anteilige Operative Ergebnis der chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften in Höhe von 1,2 (0,8) Milliarden EUR. Diese Unternehmen werden At Equity konsolidiert und schlagen sich deshalb im Finanzergebnis nieder. Effekte aus der stichtagsbezogenen Bewertung der Put-/Call-Rechte bezüglich der Porsche Zwischenholding GmbH beeinflussten das Finanzergebnis positiv. Das Ergebnis vor Steuern erreichte im ersten Halbjahr 8,2 (2,6) Milliarden EUR. Nach Steuern wuchs das Ergebnis auf 6,5 (1,8) Milliarden EUR.

Zufrieden mit der Geschäftsentwicklung zeigte sich auch Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch. „Es ist uns gelungen, die Ertragskraft weiter zu steigern“, sagte Pötsch. Der Volkswagen Konzern profitierte von der Wachstumsdynamik in fast allen Regionen der Welt. Neben dem höheren Absatz trugen unter anderem die geringeren Produktkosten zur gestiegenen Profitabilität bei. „Wir sind angesichts weltwirtschaftlicher Herausforderungen gut beraten, unsere Kosten- und Investitionsdisziplin beizubehalten sowie unsere finanzielle Stärke weiter auszubauen“, betonte Pötsch zugleich.

Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile von 19,4 Milliarden EUR belegt anhaltende finanzielle Stärke

Im ersten Halbjahr stieg die Netto-Liquidität im Konzernbereich Automobile gegenüber Ende Dezember 2010 um 0,8 Milliarden EUR auf 19,4 Milliarden EUR an. Der Volkswagen Konzern investierte von Januar bis Juni im Automobilbereich insgesamt 6,5 (4,5) Milliarden EUR. Darin enthalten sind bereits die im Verlauf des ersten Halbjahrs erfolgten Mittelabflüsse aus dem Erwerb des Vertriebsgeschäfts der Porsche Holding Salzburg, der Erhöhung der Beteiligung am Münchener Nutzfahrzeug- und Dieselmotorenhersteller MAN SE auf 30,47 Prozent der Stimmrechte sowie der Beteiligung an SGL Carbon SE in Höhe von insgesamt 3,3 Milliarden EUR. „Die weiterhin hohe Liquidität ist ein Beleg für die finanzielle Solidität und Stabilität des Volkswagen Konzerns“, sagte Pötsch. „Zugleich verschafft sie uns weiterhin die notwendige finanzielle Flexibilität für unsere Investitionen und die Umsetzung unserer Strategie 2018.“

Im ersten Halbjahr bewahrte der Volkswagen Konzern seine hohe Investitionsdisziplin mit einer Sachinvestitionsquote im Automobilbereich von 3,7 (3,5) Prozent, die auch im Gesamtjahr im Zielkorridor von bis zu circa sechs Prozent vom Umsatz verbleiben soll. Trotz gestiegener Investitionen lag die Sachinvestitionsquote aufgrund des hohen Umsatzwachstums nur leicht über dem Niveau des Vorjahres.

Marken und Geschäftsfelder

In den ersten sechs Monaten verbesserte sich die Verkaufssituation bei allen Volumenmarken und Geschäftsfeldern des Konzerns. Insgesamt stieg der Absatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,9 Prozent auf 4,1 (3,6) Millionen Fahrzeuge.

Die Marke Volkswagen Pkw setzte im ersten Halbjahr 2,2 (1,9) Millionen Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 13,7 Prozent. Das Operative Ergebnis wuchs auf 2,1 (1,0) Milliarden EUR. Besonders stark nachgefragt wurden die Modelle Polo, Tiguan, Touareg, Jetta, Passat Variant und Sharan.

Der Absatz von Audi verbesserte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,3 Prozent auf 762.000 (660.000) Fahrzeuge. Das Operative Ergebnis wuchs um 1,2 auf 2,5 Milliarden EUR. Die Modelle Audi Q5 und Audi Q7 waren dabei besonders beliebt. Auch die neuen Modelle Audi A1, Audi A7 Sportback und Audi A8 kamen gut bei den Kunden an.

Die tschechische Tochtergesellschaft Škoda erhöhte ihre Verkäufe auf 362.000 (298.000; plus 21,3 Prozent) Fahrzeuge. Das Operative Ergebnis stieg auf 412 (227) Millionen EUR, ein Zuwachs von 81,5 Prozent.

SEAT erhöhte den Absatz zwischen Januar und Juni trotz einer deutlich geringeren Nachfrage auf dem spanischen Pkw-Markt um 1,0 Prozent auf 188.000 (186.000) Fahrzeuge. Der Operative Verlust verringerte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum auf 48 (157) Millionen EUR.

Das Segment der Luxusfahrzeuge erholte sich in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weiter. Entsprechend legten auch die Verkäufe von Bentley um 42,2 Prozent auf rund 3.000 Fahrzeuge zu. Der Operative Verlust lag mit 17 Millionen EUR deutlich unter dem Minus des ersten Halbjahres 2010 (109 Millionen EUR).

Volkswagen Nutzfahrzeuge profitierte im ersten Halbjahr von einem spürbaren Anziehen der Nachfrage. Der Absatz legte um 36,9 Prozent auf 218.000 (159.000) Fahrzeuge zu. Das Operative Ergebnis verdoppelte sich nahezu auf 235 (118) Millionen EUR.

Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania verzeichnete einen deutlichen Verkaufsanstieg in Europa sowie in den Regionen Asien/Pazifik und Nahost – insgesamt kletterte der Absatz um 42,3 Prozent auf rund 40.000 Fahrzeuge, das Operative Ergebnis stieg auf 743 (577) Millionen EUR. Das entspricht einem Plus von 28,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Das Operative Ergebnis des Konzernbereiches Volkswagen Finanzdienstleistungen übertraf mit 553 Millionen EUR den Vergleichswert des Vorjahreszeitraums um 191 Millionen EUR.

Winterkorn: „Anhaltend hohe Nachfrage gibt Rückenwind – Kommende Monate werden uns fordern“

Für das Gesamtjahr 2011 erwartet der Volkswagen Konzern, dass die weltweite Pkw-Nachfrage über dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Der Vorstand bekräftigte daher das Ziel, die Auslieferungen in diesem Jahr erneut zu steigern. „Die anhaltend hohe Nachfrage in strategisch wichtigen Märkten gibt uns Rückenwind und unsere zahlreichen neuen Modelle sorgen für zusätzlichen Schub“, sagte Winterkorn, fügte aber hinzu: „Die kommenden Monate werden uns fordern und uns einiges an Arbeit abverlangen, um das hohe Niveau zu halten.“

Die angespannte Schuldensituation einiger Euro-Mitgliedstaaten und das Ende der Förderprogramme werden die Nachfrage nach Neufahrzeugen in vielen Ländern Westeuropas belasten. In Zentral- und Osteuropa rechnet Volkswagen mit steigenden Fahrzeugverkäufen. Die Märkte in China und Indien werden ihre positive Entwicklung fortsetzen und auch in Nord- und Südamerika geht der Konzern von einem Wachstum der Neuzulassungen aus.

„Volkswagen ist robust genug, um auf der Überholspur bleiben zu können“, zeigte sich Winterkorn zuversichtlich und ergänzte: „Dank unserer Technologie- und Designkompetenz können wir die Kundenwünsche und –anforderungen mit einer vielfältigen, attraktiven und umweltfreundlichen Produktpalette bedienen.“ Zudem werde sich das modulare Baukastensystem, das fortlaufend optimiert wird, zunehmend positiv auf die Kostenstruktur des Konzerns auswirken. Allerdings werden die weiterhin volatilen Zins- und Wechselkursverläufe sowie Rohstoffpreise den positiven Volumeneffekt abschwächen. Der Vorstand geht dennoch davon aus, dass die Umsatzerlöse und das Operative Ergebnis des Volkswagen Konzerns im Jahr 2011 die Vorjahreswerte deutlich übertreffen werden.

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