Volkswagen Q3-Ergebnis durch massiven Halbleiter-Mangel belastet – Neun-Monats-Bilanz 2021 dennoch über Vorjahr

29.10.2021. Volkswagen hat trotz der anhaltenden strukturellen Unterversorgung der Industrie mit Halbleitern in den ersten neun Monaten weltweit rund 3,8 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert (+3,3 % gegenüber Vorjahreszeitraum).

Der Umsatz stieg im Berichtszeitraum auf 55,5 Milliarden Euro (+18 %), das operative Ergebnis lag mit 1,6 Milliarden Euro (operative Umsatzrendite: +2,9 %) um 2,6 Milliarden Euro über Vorjahr. Der operative Netto-Cash-Flow vor Sondereffekten lag nach neun Monaten bei – 0,7 Milliarden Euro. Belastend wirkt hier insbesondere der versorgungsbedingte Lageraufbau von unfertig gebauten Fahrzeugen, Batteriezellen sowie Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Das dritte Quartal war erwartungsgemäß von der schwierigen Halbleiter-Situation geprägt: Volkswagen lieferte in diesem Zeitraum rund 1,1 Millionen Fahrzeuge aus (-26 %). Das operative Ergebnis lag im 3. Quartal bei -184 Millionen Euro. Für das laufende vierte Quartal rechnet das Unternehmen bereits wieder mit einem deutlich positiven Ergebnis.

Volkswagen CFO Alexander Seitz:

„Trotz der massiven Herausforderungen durch die Auswirkungen der COVID19-Pandemie und der anhaltenden Unterversorgung mit Halbleitern hat Volkswagen in den ersten neun Monaten 2021 ein Ergebnis über Vorjahr erreicht. Dazu beigetragen haben eine sehr konsequente Reduktion der Fixkosten und eine intelligente, ergebnisorientierte Vertriebssteuerung. Nach einem guten ersten Halbjahr sind die Auswirkungen des Halbleiter-Engpasses aber im dritten Quartal aufgrund umfangreicher Produktionsausfälle und geringer Lagerbestände wie erwartet nicht mehr zu kompensieren gewesen. Der Cashflow ist ebenfalls durch die unterfertigen Erzeugnisse für andere Konzernmarken bei Komponenten und Fahrzeugen beeinflusst. Für das vierte Quartal erwarten wir wieder ein deutlich positives Ergebnis gegenüber dem dritten Quartal.“

Auftragsbestand auf Rekordniveau – E-Offensive erfolgreich

Die Nachfrage nach Volkswagen Fahrzeugen ist weiterhin hoch. Der Auftragsbestand erreichte im dritten Quartal einen historischen Höchststand. Volkswagen Vertriebsvorstand Klaus Zellmer: „Aktuell liegen allein aus Europa Bestellungen für fast eine halbe Million Fahrzeuge vor.“

Mit Ausnahme von China liegt Volkswagen in allen Regionen nach neun Monaten bei den Gesamt-Auslieferungen über Vorjahr. Auch die E-Offensive von Volkswagen nimmt weiter Fahrt auf: In den ersten neun Monaten wurde mit 167.800 BEV (+169 %) und 86.900 PHEV (+98 %) ein neuer Rekord bei den weltweiten Auslieferungszahlen für E-Fahrzeuge erzielt. Volkswagen ist Marktführer in Europa bei vollelektrischen Fahrzeugen und liegt in den USA voll im Plan.

Auch in China ist die E-Offensive von Volkswagen auf Kurs: Die Verkäufe der ID. Familie steigen kontinuierlich. Bereits direkt nach Markteinführung wurden im zweiten Quartal mehr als 6.000 ID. Modelle an Kunden ausgeliefert. Im dritten Quartal stieg diese Zahl auf rund 23.000. Der Aufwärtstrend hat sich im Oktober mit voraussichtlich rund 14.000 Einheiten weiter beschleunigt. Neben dem ID.4 überzeugt dabei auch der siebensitzige SUV ID.6, der seit seiner Markteinführung im Sommer mehr als 7.000-mal verkauft wurde. Mit dem ID.3 hatte vergangene Woche zudem bereits das dritte ID-Modell Markteinführung.

Im Rahmen seiner Strategie ACCELERATE bringt Volkswagen jedes Jahr mindestens ein weiteres vollelektrisches Auto auf den Markt – in wenigen Tagen feiern der ID.5 und der ID.5 GTX ihre Weltpremiere.

Ausblick für 2021

Volkswagen erwartet auch über das Jahr 2021 hinaus Kapazitäts-Engpässe bei Halbleitern. Seitz: „Wir forcieren weiterhin unsere Resilienz und werden hierfür unsere Produktivität und Kostenstrukturen weiter optimieren. Kurzfristig gehen wir bereits im laufenden vierten Quartal von einer Verbesserung aller wesentlichen Finanzkennzahlen gegenüber dem abgelaufenen dritten Quartal aus. Damit wollen wir im Gesamtjahr 2021 beim Umsatz über Vorjahr liegen und streben nun, auf Grund des halbleiterbedingten schwachen Ergebnisses im dritten Quartal, eine operative Umsatzrendite von bis zu 3 Prozent an. An unserem angestrebten Margenziel von 6 Prozent bis 2023 halten wir unverändert fest.“

Um sich gegen Marktschwankungen resilienter zu machen, will Volkswagen bis 2023 die Fixkosten um 5 Prozent senken, die Produktivität der Werke um 5 Prozent jährlich steigern, die Materialkosten um 7 Prozent optimieren und alle Regionen nachhaltig in die schwarzen Zahlen bringen. In den Regionen Nord- und Südamerika erwartet Volkswagen trotz des Halbleiter-Engpasses in diesem Jahr den Break-Even.

Volkswagen Konzern (Quelle: Volkswagen AG)

Finanzzahlen Marke Volkswagen, Januar – September 2021

Januar – September 2020 Januar – September 2021 Veränderung
in %
Auslieferungen inkl. China (Tsd. Stück) 3.674 3.795 +3,3%
Absatz(Tsd. Stück) 1.630 1.773 +8,8%
Umsatzerlöse(Mio. €) 47.184 55.467 +17,6%
Operatives Ergebnis(Mio. €) -969 1.589 +264,0%
Netto-Cash-Flow

(Mio. €)

-1.711 -675 +60,6%

Auslieferungen Marke Volkswagen, Januar – September 2021:

Januar – September 2020 Januar – September 2021 Veränderung
in %
Westeuropa 794.300 863.400 +8,7%
Zentral- u. Osteuropa 156.800 171.200 +9,2%
Nordamerika 332.900 409.000 +22,9%
Südamerika 264.800 288.500 +9,0%
China inkl. HK 1.954.100 1.857.000 -5,0%
Asien-Pazifik Rest 86.500 96.600 +11,7%
Nahost/Afrika 84.900 109.100 +28,4%
Weltweit 3.674.300 3.794.800 +3,3%

01. Das Fahrzeug wird in Deutschland nicht zum Verkauf angeboten

02. Das Fahrzeug ist eine seriennahe Studie

Die angegebenen Verbrauchs- und Emissionswerte wurden nach den gesetzlich vorgeschriebenen Messverfahren ermittelt. Seit dem 1. September 2017 werden bestimmte Neuwagen bereits nach dem weltweit harmonisierten Prüfverfahren für Personenwagen und leichte Nutzfahrzeuge (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, WLTP), einem realistischeren Prüfverfahren zur Messung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen, typgenehmigt. Seit dem 1. September 2018 ersetzt der WLTP den neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ). Wegen der realistischeren Prüfbedingungen sind die nach dem WLTP gemessenen Kraftstoffverbrauchs- und CO2- Emissionswerte in vielen Fällen höher als die nach dem NEFZ gemessenen. Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen WLTP und NEFZ finden Sie unter www.volkswagen.de/wltp.

Aktuell sind noch die NEFZ-Werte verpflichtend zu kommunizieren. Soweit es sich um Neuwagen handelt, die nach WLTP typgenehmigt sind, werden die NEFZ-Werte von den WLTP-Werten abgeleitet. Die zusätzliche Angabe der WLTP-Werte kann bis zu deren verpflichtender Verwendung freiwillig erfolgen. Soweit die NEFZ-Werte als Spannen angegeben werden, beziehen sie sich nicht auf ein einzelnes, individuelles Fahrzeug und sind nicht Bestandteil des Angebotes. Sie dienen allein Vergleichszwecken zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen. Zusatzausstattungen und Zubehör (Anbauteile, Reifenformat, usw.) können relevante Fahrzeugparameter, wie z. B. Gewicht, Rollwiderstand und Aerodynamik verändern und neben Witterungs- und Verkehrsbedingungen sowie dem individuellen Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch,, den Stromverbrauch, die CO2-Emissionen und die Fahrleistungswerte eines Fahrzeugs beeinflussen.

Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem ‚Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen‘ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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