Volkswagen und IG Metall schließen Tarifrunde 2012 erfolgreich ab

Grundvergütung steigt um 4,3 Prozent

Regelung zur Übernahme von Leiharbeitskräften vereinbart

  • Unternehmen schafft 175 Ausbildungsplätze zusätzlich

31.5.2012 Wolfsburg / Hannover – Volkswagen und die IG Metall haben in der Nacht zum Donnerstag in Hannover die Verhandlungen über den Haustarif erfolgreich abgeschlossen. Zum 1. Juni 2012 steigt die Grundvergütung um 4,3 Prozent. Außerhalb des Tarifvertrages wurde mit dem Betriebsrat vereinbart, dass Volkswagen die Zahl der Ausbildungsplätze in Deutschland um 175 erhöht. In drei Jahren wird Volkswagen damit 525 junge Menschen mehr in Ausbildung haben als bisher. Zudem wurde beschlossen, bis Mitte nächsten Jahres bis zu 3000 Leiharbeiter in die Stammbelegschaft zu übernehmen. Die Übernahmeangebote erfolgen nach 36 Monaten, diese Frist kann sich entsprechend der Qualifikation künftig auf bis zu 18 Monate verkürzen.

Der Personalvorstand der Volkswagen Aktiengesellschaft, Dr. Horst Neumann, sagte: „Die Beschäftigten erhalten eine ordentliche Lohnerhöhung. Wir sind dafür ans Äußerste dessen gegangen, was der verschärfte internationale Wettbewerb in der Automobilindustrie zulässt. Zur Verstärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit investieren wir weiter in die Qualifizierung und schaffen zusätzliche 175 Ausbildungsplätze.“

Dies sind die Kernpunkte der tariflichen Einigung:

Erhöhung des Entgelts: Das Grundentgelt für Tarifmitarbeiter wird um 4,3 Prozent erhöht. „Volkswagen und die IG Metall haben im Blick behalten, dass sich der Wettbewerb in der Automobilindustrie weltweit rasant beschleunigt“, sagte der Verhandlungsführer von Volkswagen, Martin Rosik, Personalleiter der Marke Volkswagen PKW weltweit. Bei der Grundvergütung orientiere sich Volkswagen an der Tarifentwicklung in der Metallindustrie. Rosik weiter: „Für die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswagen Standorte in Deutschland ist es entscheidend, dass sich die Entgelterhöhung an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Branche ausrichtet.“

Laufzeit: Die Laufzeit des neuen Haustarifvertrags beträgt 13 Monate (1. Juni 2012 bis 30. Juni 2013). Rosik: „Damit bleiben wir nahe am Flächentarif und stellen zusätzlich klar, dass wir uns mit unserem Haustarif am branchenweiten Wettbewerb orientieren.“

Jährliche Einmalzahlung für Auszubildende: Auszubildende bei Volkswagen erhalten ab Mai 2012 eine jährliche Einmalzahlung von 200 Euro. In den nächsten Monaten soll über eine mögliche zusätzliche Staffelung nach Leistungskriterien verhandelt werden.
Ab 2012 zahlt Volkswagen Studierenden im Praxisverbund überdies einmalig zu Beginn der Ausbildung 150 Euro Lernmittelzuschuss, um ihre Qualifizierung weiter zu fördern.

Leiharbeitnehmer: Für Leiharbeitnehmer sind ab 2013 auch höhere Entgeltgruppen zugänglich. Außerdem besteht in der Produktion im Leistungsentgelt ab dem 2. Einsatzjahr Anspruch auf die leistungsorientierte Vergütungskomponente.

Darüber hinaus wurde außertariflich mit dem Betriebsrat vereinbart:

Zusätzliche Ausbildungsplätze: Volkswagen und Betriebsrat haben sich darauf verständigt, dass Volkswagen an den zehn deutschen Standorten jährlich 175 Auszubildende mehr einstellt als bisher. Damit steigt die Zahl der Ausbildungsstellen, die Volkswagen in Deutschland jährlich neu besetzt, auf rund 1600.
„Über alle Jahrgänge hinweg wird Volkswagen dann rund 5000 jungen Menschen in Deutschland eine erstklassige Ausbildung bieten. Mit den 525 neuen Ausbildungsplätzen steigern wir unsere ohnehin hohe Ausbildungsleistung um mehr als 10 Prozent“, sagte Rosik. Von den neuen Ausbildungsplätzen werden 125 an den klassischen Standorten Wolfsburg, Braunschweig, Salzgitter, Hannover, Kassel und Emden geschaffen. 50 weitere Ausbildungsplätze entstehen an den Standorten in Sachsen und Osnabrück.

Übernahme von Leiharbeitern: Unternehmen und Betriebsrat haben vereinbart, dass Volkswagen während der Laufzeit des Tarifvertrages bis zu 3000 Leiharbeitnehmer übernimmt. Leiharbeitnehmer mit geringer Automobilbau-Qualifikation erhalten während ihrer Einsatzzeit Bildungsangebote. Nach erfolgreicher Qualifizierung ist die Übernahme nach 36 Monaten möglich. Die Zeit bis zur Übernahme kann sich entsprechend der Qualifikation auf 18 Monate verkürzen.

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